Beschaffungsamt des BMI: Direktvergaben ohne Preis, 2026 in 84 % der Bekanntmachungen
Was ist passiert?
Bei Aufträgen ohne vorherigen Aufruf zum Wettbewerb nannte das Beschaffungsamt des Innenministeriums von November 2024 bis Juni 2025 in 68 von 134 EU-Bekanntmachungen den Preis (51 %). Von Juli 2025 bis Oktober 2026 waren es 46 von 227 (20 %), im Jahr 2026 bis Oktober 24 von 147 (16 %). 116 Bekanntmachungen seit Juli 2025 tragen statt des Betrags den Platzhalter -1 € und die Kennung, dass der Wert wegen der geschäftlichen Interessen des Auftragnehmers nicht veröffentlicht wird, ohne Datum für eine spätere Veröffentlichung. Meist ist die Direktvergabe mit einer Krise begründet. Darunter sind Hilfsgüter für die Ukraine (Schlafsäcke, Mulcher, Stromerzeuger), aber ohne Ukraine-Bezug ist der Anteil mit Preis 2026 kaum höher (23 von 121, 19 %). Ohne Preis stehen auch eine Verlängerung der Oracle-Lizenz für 2026 bis 2030 und ein Radar mit Abfangdrohne. Andere deutsche Auftraggeber nennen bei Direktvergaben den Preis heute häufiger als vor einem Jahr: 28 % der Bekanntmachungen bis Juni 2025, 37 % danach (8.636 Bekanntmachungen). Für 2026 stehen laut Innenministerium rund 155 Mio. € für Hilfsgüter für die Ukraine bereit, beschafft über das Beschaffungsamt.
Offen
Wer die Zurückhaltung angeordnet hat, ob sie für alle Direktvergaben des Amts gilt und was die Aufträge seit Juli 2025 zusammen kosten.