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Leipziger Klimafest: 21.025 statt 3.600 Euro

Leipzig zahlt für das eintägige Fest auf dem Marktplatz 2025 rund sechsmal so viel Zuschuss wie 2022, nämlich 21.025 statt 3.600 Euro

Was ist passiert?

Auf dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus findet in Leipzig die „KlimaFair“ statt, ein Fest rund um Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Die Stadt bezuschusst es über die Fachförderung für Umwelt- und Naturschutz des Amts für Umweltschutz, und zwar über Vereine, die die Veranstaltung tragen.

Im Jahr 2022 war das der Verein Parents for Future. Das Fest dauerte am 27. August von 10 bis 21 Uhr. Beantragt waren 4.000 Euro, bewilligt wurden 3.600 Euro. Am 30. August 2025 stand die KlimaFair am selben Ort und zu denselben Uhrzeiten wieder auf dem Programm. Diesmal trug sie der Verein „Leben im Einklang mit der Natur e. V.“, der unter dem Namen „Omas for Future“ auftritt. Er beantragte 21.025 Euro und bekam 21.025 Euro, also jeden beantragten Euro. Stadtrat Stefan Rieger hält beide Veranstaltungen für inhaltlich vergleichbar.

Die Rechnung ist schnell gemacht: 21.025 geteilt durch 3.600 ergibt knapp das Sechsfache. Umgerechnet auf die elf Stunden, die das Fest jeweils dauerte, waren es 2022 rund 330 Euro je Stunde, 2025 dagegen rund 1.910 Euro.

Der Verein erhält 2025 zudem weitere Mittel aus demselben Topf: 43.220 Euro für die „Unterstützung der KlimaKommunikation der Stadt Leipzig“ und 14.577 Euro für ein Projekt zu Klimawandelanpassung und Biodiversität. Zusammen sind das 78.822 Euro (21.025 + 43.220 + 14.577).

Warum das Fest so viel mehr kostet, wollte Rieger mit einer Anfrage an die Ratsversammlung wissen. Er fragt nach der Begründung des Vereins und nach der des bewilligenden Amts. Die Antwort soll mündlich erfolgen und lag zum Stand der Anfrage nicht vor. Auch ist die Mittelverteilung als vorläufig ausgewiesen.

Kritik

Ein eintägiges Fest auf dem Marktplatz, das vier Jahre zuvor mit 3.600 Euro bezuschusst wurde, ist kein Vorhaben, das sich ohne Weiteres auf das Sechsfache verteuern darf. Wer fast den vollen beantragten Betrag bewilligt, muss belegen können, welche Leistungen den Aufschlag rechtfertigen. Dass derselbe Verein zugleich mit zwei weiteren Zuwendungen von zusammen knapp 58.000 Euro bedacht wird, verstärkt den Eindruck, dass hier großzügig verteilt wurde. Zuschüsse für Veranstaltungen sollten sich an den Kosten und am Nutzen vergleichbarer Feste messen lassen, und eine Verdopplung hätte bereits einer Begründung bedurft.

2029804: Kostenexplosion bei Zuwendung für KlimaFair 2022/2025 - wie begründet?, Ratsinformationssystem der Stadt Leipzig, 29. April 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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