Staatsbilanz

Stadt/Duisburg/Imagepflege

1,66 Millionen Euro für Sandstrand und Zebras

Duisburg baut für die Gartenausstellung 2027 Strand, Leuchtturm und Zebraherde für 1.664.012 Euro, danach folgen 168.228 Euro Kosten pro Jahr

Was ist passiert?

Zur Internationalen Gartenausstellung Metropole Ruhr 2027 betreibt Duisburg einen eintrittspflichtigen Zukunftsgarten. Von den sechs Ausstellungsflächen dort gestaltet die Stadtverwaltung zwei selbst. Mit ihnen will sie sich als lebenswerte, moderne und zukunftsfähige Stadt präsentieren.

Auf 1.800 Quadratmetern sollen Partnerschaftsgärten für sechs Städte entstehen. Fort Lauderdale erhält Palmen, Sonnenschirme und einen hölzernen Bademeisterturm am Sandstrand. In Calais steht ein Leuchtturm, davor fährt ein Spielzeugschiff über eine Wasserfläche aus blauem Belag. Auf weiteren 900 Quadratmetern entsteht ein Stadtgarten mit sechs bunten Hütten („Cubes“), einer blau-weißen Zebraherde als Fotopoint und einem Rudergerät vor der Regattabahn. Die Stadt will dafür 1.664.012 Euro brutto ausgeben. Auf die 2.700 Quadratmeter gerechnet sind das rund 616 Euro je Quadratmeter (1.664.012 geteilt durch 2.700).

Das Geld soll aus anderen Haushaltsstellen kommen: 923.066 Euro für 2027 aus der Finanzstelle „Baumaßn. Zentr. Versorgungsber. Stadtbezirke“, der Rest aus dem IGA-Budget. Was folgt, zahlt die Stadt ohne Ausstellung weiter: ab 2028 jährlich 138.228 Euro Abschreibung, dazu 30.000 Euro Grünpflege, zusammen 168.228 Euro im Jahr. Erst nach gut zwölf Jahren wäre die Anlage abgeschrieben (1.664.012 geteilt durch 138.228).

Bemerkenswert ist die Planungslogik. Der Garten muss ein halbes Jahr lang an sieben Tagen die Woche von 6 bis 22 Uhr betreut werden. Weil dafür das Personal fehlt und externe Kräfte zusätzlich kosten würden, setzte man auf Beiträge, die ohne Aufsicht auskommen. Strand und Zebraherde passen dazu. Die Verwaltung verweist darauf, die Gärten blieben als Orte der Begegnung erhalten und die Cubes ließen sich später für Veranstaltungen nutzen. Wer sie dann betreut und was das kostet, nennt die Vorlage nicht.

Das Landschaftsarchitekturbüro war für alle neun Leistungsphasen bereits beauftragt, die ersten drei sind abgeschlossen. Der Rat sollte am 2. Juli 2026 zustimmen. Baubeginn soll im dritten Quartal 2026 sein, die Fertigstellung im März 2027.

Kritik

Über 1,6 Millionen Euro für Strandkulisse, Spielzeugschiff und Zebraherde, die ein halbes Jahr lang das Stadtimage aufpolieren sollen, stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen. Dass die Gestaltung sich nach dem fehlenden Betreuungspersonal richtet, zeigt, dass zuerst gebaut und erst dann gefragt wurde, wer das alles bespielen kann. Auf die Stadt kommen über Jahre Abschreibung und Pflege von zusammen 168.228 Euro jährlich zu, und die Mittel fehlen an anderer Stelle im Haushalt. Duisburg hätte sich auf wenige, schlicht gestaltete und dauerhaft nutzbare Flächen beschränken sollen, statt Postkartenmotive aus sechs Partnerstädten nachzubauen.

26-0661: Internationale Gartenausstellung Metropole Ruhr 2027 (IGA Metropole Ruhr 2027), Ratsinformationssystem der Stadt Duisburg, 11. Juni 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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