Wachmann am Zaun einer leeren Klinik
Duisburg zahlt 2026 für die Bewachung des gesperrten St. Barbara-Hospitals 120.000 Euro mehr als geplant, die Kosten steigen jedes Jahr
Was ist passiert?
Die Stadt Duisburg hat ein Gebäude, das niemand mehr betreten soll: das St. Barbara-Hospital, das die Verwaltung als „Lost Place“ führt. Ende 2023 erließ sie per Allgemeinverfügung ein Betretungsverbot. Damit es nicht nur auf dem Papier steht, wurden Bauzäune aufgestellt. Eine private Firma, die OCTEO, ist vertraglich verpflichtet, diese Zäune zu bestreifen.
Die Kosten dafür waren im Haushalt 2025/2026 eingeplant, blieben aber nicht, wie sie waren. Nach Angaben des Amtes für Baurecht und betrieblichen Umweltschutz erhöhten sie sich im Laufe der Jahre um rund 10.000 Euro monatlich. Für 2026 ergibt das einen Mehraufwand von 0,12 Mio. Euro (10.000 Euro mal 12 Monate). Umgerechnet sind das knapp 330 Euro für jeden Tag des Jahres (120.000 Euro geteilt durch 365), und zwar allein der Aufschlag auf den ursprünglichen Planansatz.
Der Posten steht in einer Prognose des Amtes zum Stichtag 31. Mai 2026, die dem Ausschuss für Ordnungs- und Bürgerangelegenheiten lediglich zur Kenntnisnahme vorgelegt wurde. In der Haushaltsposition „Sonstige ordentliche Aufwendungen“ rechnet das Amt mit 2,09 statt der geplanten 1,83 Mio. Euro, also mit 0,26 Mio. Euro mehr. Die Hospital-Bewachung macht davon 0,12 Mio. Euro aus, das sind rund 46 Prozent (0,12 geteilt durch 0,26). Sie fällt damit stärker ins Gewicht als die höheren IT-Produktkosten, die mit 0,09 Mio. Euro über dem Ansatz liegen.
Der Zweck ist klar benannt: Das Betretungsverbot soll durchgesetzt werden. Nur läuft diese Durchsetzung offenbar auf unbestimmte Zeit und wird dabei Jahr für Jahr teurer.
Kritik
Ein Betretungsverbot, das dauerhaft von einer Privatfirma am Zaun abgelaufen werden muss, wird zur Daueraufgabe mit steigender Rechnung. Allein der Aufschlag von 0,12 Mio. Euro im Jahr 2026 zeigt, dass hier kein Ende eingeplant war. Die Stadt hätte von Anfang an ein Ziel für das Gelände setzen müssen, etwa eine bauliche Sicherung oder einen Rückbau, und den dafür Verantwortlichen heranziehen sollen. Wer nur bewacht, statt die Ursache zu beseitigen, zahlt immer weiter.
26-1111: Ergebnisprognose des Amtes für Baurecht und betrieblichen Umweltschutz (63) für den Zeitraum Januar bis Mai 2026, Ratsinformationssystem der Stadt Duisburg, 18. September 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.