Staatsbilanz

Stadt/Duisburg/Fördergeld-Mitnahme

225.000 Euro für zwei Padelplätze

Duisburg gibt Tennisclub in Rheinhausen 225.429 Euro, dreimal so viel wie der Stadtteil für alle Sportvereine zusammen hat (72.747 Euro)

Was ist passiert?

Duisburg verteilt jedes Jahr Investitionszuschüsse an Sportvereine, bezirksweise und nach städtischen Richtlinien. Im Bezirk Rheinhausen liegen für 2026 zwölf Anträge vor. Es geht um Pflegegeräte für Plätze, eine Beschallungsanlage, vier Umkleidebänke, einen Defibrillator für 1.050 Euro Zuschuss oder die Sanierung eines Tennisplatzes für 1.450 Euro. Der Bezirk hat dafür 72.747 Euro zur Verfügung. Davon gehen 9.572 Euro in ein Sonderprogramm für energetische Sanierung, für neun Maßnahmen bleiben 63.175 Euro.

Der größte Einzelposten ist dabei schon ein Ausreißer: Ein Reitverein soll 50.000 Euro für die Drainage seines Springplatzes erhalten. Die Anträge der übrigen Vereine liegen zwischen 250 und 4.450 Euro.

Dann kommt Maßnahme 10. Der Tennisclub Rumeln-Kaldenhausen will zwei Ascheplätze zu Allwetterplätzen umbauen und zwei Padelplätze samt Bewässerung, Beleuchtung und neuer Einfriedung errichten. Die Gesamtkosten betragen 450.857,73 Euro, die Hälfte, nämlich 225.428,87 Euro, soll der Zuschuss tragen. Das ist gut dreimal so viel wie der ganze Bezirkstopf (225.428,87 : 72.747 ≈ 3,1) und mehr als die Hälfte aller beantragten Zuschüsse im Bezirk (225.428,87 : 412.869,74 ≈ 55 Prozent). Gegen den Zuschuss für den Defibrillator gerechnet, könnte man davon über 200 Geräte bezahlen.

Ins Budget 2026 passt das Vorhaben nicht mehr, der Antrag stammt vom 31.03.2024. Die Verwaltung schlägt deshalb vor, eine Verpflichtungsermächtigung über 225.428,87 Euro für die Folgejahre anzusetzen und dem Verein einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn zu erlauben. So könne er mit eigenen Mitteln anfangen, ohne die Förderung zu verlieren. Die Bezirksvertretung sollte am 24.03.2026 entscheiden.

Kritik

Ein einzelner Verein soll mit einem Vorhaben mehr bekommen als der Bezirk für alle Vereine zusammen vorgesehen hat. Padelplätze mit Beleuchtung und neuer Einfriedung sind ein Ausbau des Angebots, keine Notwendigkeit wie ein Defibrillator oder ein Pflegegerät. Ein solcher Betrag sprengt den Rahmen der Breitenförderung, zumal er die Töpfe der Folgejahre bindet. Zuschüsse dieser Größenordnung sollten gedeckelt, gestreckt oder über Nutzungsentgelte und Eigenmittel des Vereins gedeckt werden.

Kleine Vereine mit dringenden Anschaffungen dürfen dadurch nicht das Nachsehen haben.

25-1274/6: Investitionszuschüsse an Sportvereine im Bezirk Rheinhausen 2026, Ratsinformationssystem der Stadt Duisburg, 24. März 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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