6 Millionen für Eishalle auf drei Jahre
Duisburg mietet für 6 Millionen Euro eine Ersatz-Eishalle mit 1.500 Plätzen für nur drei Jahre, bis die neue Halle für 40 Millionen steht
Was ist passiert?
Im Sportpark der Stadt steht neben der großen Arena die Eissporthalle, Heimat der Füchse Duisburg, die dort spielen und trainieren. Gebaut wurde sie 1971. Weil der Brandschutz nicht mehr genügt, wurde die Zuschauerzahl Ende 2025 auf 1.500 begrenzt, und nach der Saison 2025/2026 soll Schluss sein. Die Sanierung hätte etwa 27 Mio. Euro gekostet.
Stattdessen plant die Stadt einen Neubau mit zwei Eisflächen, von denen eine 2.500 Zuschauer fassen soll. Eine ursprünglich untersuchte Multifunktionshalle für 4.999 Zuschauer kam auf rund 90 Mio. Euro und wurde verworfen. Für den neuen Plan nennt die Stadt einen Gesamtrahmen von rund 40 Mio. Euro. Fertig werden soll er zur Eissaison 2029/2030.
Bis dahin braucht es eine Übergangslösung. Auf der Bezirkssportanlage Wedau I, einem Pachtgelände der VSG Duisburg, soll eine temporäre Halle mit einer Eisfläche und 1.500 Plätzen entstehen. Sie soll für den Abriss und die Bauzeit von etwa drei Jahren stehen und jährlich rund 2 Mio. Euro kosten. Der Beschluss nennt die Übergangshalle ausdrücklich als Teil der 40 Mio. Euro.
Die Rechnung ist schnell gemacht: Dreimal 2 Mio. Euro ergeben 6 Mio. Euro, das sind 15 Prozent des Gesamtrahmens. Geteilt durch 1.500 Plätze sind es 4.000 Euro je Sitzplatz, ohne dass dafür bleibende Werte entstehen. Die Stadt verweist darauf, dass Ausstattung wie Bandenanlage, Spielerbänke und Umkleiden später im Neubau weiter genutzt werden kann. Das mindert die Kosten, ändert aber nichts am Kern: Gezahlt wird vor allem für Fläche und Hülle auf Zeit.
Die Eile begründet die Stadt mit dem Saisonende und dem Start der Eissaison Mitte August 2026. Für die Planung und den Bau der Halle blieben etwa sechs Monate. Die Folgekosten sollen im Wirtschaftsplan abgebildet werden, Zahlen dazu nennt die Vorlage nicht.
Kritik
Sechs Millionen Euro für eine Halle, die nach drei Jahren wieder verschwindet, sind ein hoher Preis für einen Spielbetrieb, der vor allem einem Verein zugutekommt. Dass die Stadt bei Abriss, Neubau und Übergang auf eine Notlage zusteuerte, die seit dem Brandschutzbefund absehbar war, macht die Eilentscheidung nicht besser. Vor einem solchen Beschluss hätte geprüft werden müssen, ob eine kleinere, günstigere Übergangslösung oder eine Mitfinanzierung durch den Hauptnutzer möglich ist. Und der Neubau mit 40 Mio. Euro sollte nur dann kommen, wenn der laufende Betrieb auch ohne dauerhafte Zuschüsse aus der Stadtkasse tragfähig ist.
24-0526/1: Neubau der Eissporthalle Duisburg, Ratsinformationssystem der Stadt Duisburg, 29. Januar 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.