Duisburg zahlt 45 Mio. Euro für Sportbauten selbst
In Duisburg soll der Bund nur 17,9 von 63,2 Mio. Euro für Bad, Halle und Sportplätze zahlen, allein das Schwimmbad kostet die Stadt 28 Mio. Euro
Was ist passiert?
Die Stadt will im Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ vier weitere Vorhaben unterbringen, nachdem sie im Dezember 2025 schon erste Projekte eingebracht hatte. Diesmal geht es um zwei Kunstrasenplätze mit Laufbahnen, den Ersatzneubau einer Dreifachhalle an der Krefelder Straße und das Schwimmbad im Revierpark Mattlerbusch. Eingereicht wurden zunächst nur Projektskizzen, über die der Haushaltsausschuss des Bundestages voraussichtlich Ende Februar 2026 entscheiden sollte.
Der Bund fördert 45 Prozent der Kosten, aber höchstens 8 Mio. Euro je Projekt. Bei den beiden Sportplätzen (2,2 und 2,04 Mio. Euro) spielt der Deckel keine Rolle. Bei Halle (23 Mio. Euro) und Bad (36 Mio. Euro) greift er voll. Die Einzelposten ergeben zusammen 63,24 Mio. Euro (die Vorlage nennt 63,42 Mio. Euro). Davon kämen nur 17,9 Mio. Euro vom Bund, also rund 28 Prozent statt 45. Ohne Deckel wären es 28,5 Mio. Euro gewesen (45 Prozent von 63,24 Mio.). Rund 45,3 Mio. Euro müssten Stadt, DuisburgSport und der SVI selbst tragen.
Den größten Brocken bildet das Bad. Es wurde 1980 eröffnet und soll „energetisch generalsaniert“ werden. Tatsächlich soll das Gebäude bis auf Keller und Fundamente zurückgebaut werden. Dazu kommt ein „grundlegender Konzeptwechsel“: 25-Meter-Becken, Kursbecken mit Hubboden, Freibadbereich, Solebecken innen und außen, Sauna sowie ein Fitnessbereich ohne Mitgliedschaft. Das Vorhaben kostet 36 Mio. Euro, der Eigenanteil von 28 Mio. Euro soll aus dem städtischen Haushalt kommen. Das ist mehr als das Sechsfache der Gesamtkosten beider Sportplätze zusammen (28 Mio. geteilt durch 4,24 Mio. ergibt rund 6,6). Bei der Halle kommen 15 Mio. Euro Eigenanteil hinzu, weil eine Studie die Sanierung für nicht wirtschaftlich hielt.
Weil die Frist zur Einreichung schon am 15. Januar 2026 abgelaufen war und der Ratsbeschluss bis 31. Januar nachgereicht werden musste, entschied der Haupt- und Finanzausschuss per Eilbeschluss. Der Rat sollte erst am 24. Februar nachträglich genehmigen. Die Verwaltung nennt als Ziel die „optimale Ausschöpfung der Fördermöglichkeiten“. Ausgeschöpft wird so allerdings vor allem die eigene Kasse, denn die Umsetzung steht unter dem Vorbehalt, dass die Eigenanteile finanziert werden können.
Kritik
Wer wegen eines Förderprogramms ein Bad bis auf die Fundamente abreißt und um Sole, Sauna und Fitness erweitert, saniert nicht mehr, sondern baut ein neues Freizeitangebot. Der Deckel von 8 Mio. Euro hätte ein Signal sein müssen, die Projekte kleiner zu schneiden, statt 28 Mio. Euro Eigenanteil für ein einziges Bad einzuplanen. Zuerst sollten Kernangebote wie Schwimmbecken und Schulsport gesichert werden, Zusatzangebote gehören erst danach und nur bei tragfähiger Finanzierung ins Programm. Wenn Förderung zum Anlass wird, größer zu planen, zahlt am Ende die Stadt, also der Steuerzahler, den Löwenanteil.
25-1353/1: Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“; hier: Beantragung von Fördermitteln, Ratsinformationssystem der Stadt Duisburg, 29. Januar 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.