Staatsbilanz

Stadt/Duisburg/Folgekosten

Duisburger Sport macht 21,9 Millionen Verlust

Duisburgs städtische Bäder und Sportanlagen schreiben bis 2029 Verluste, allein die gemietete Eisfläche auf Zeit kostet 5,1 Millionen Euro

Was ist passiert?

DuisburgSport ist der städtische Eigenbetrieb, der Hallenbäder, Sportplätze, Sporthallen und die Regattabahn betreibt. Seit 2024 gehören ihm auch die früheren Sportstätten der Stadtverwaltung. Für 2026 legte er einen Wirtschaftsplan vor, der mit einem Verlust von 3,94 Mio. Euro freundlicher aussieht, als er ist: Darin steckt ein einmaliger Ertrag von 1,32 Mio. Euro aus dem Verkauf eines Grundstücks. Ohne ihn fehlen 5,26 Mio. Euro (3.944.458 € plus 1.319.702 €). Dass das Minus unter dem Vorjahr liegt (5,59 Mio. Euro), liegt auch daran, dass die Prognose für Personalmehrkosten um 1,73 Mio. Euro gekürzt wurde.

Danach wird es nicht besser. Für 2027 sind 6,52 Mio. Euro Verlust eingeplant, für 2028 sind es 6,03 Mio. und für 2029 noch 5,37 Mio. Euro. Zusammen ergibt das für die vier Jahre rund 21,9 Mio. Euro.

Ein Treiber ist die Eissporthalle. Die neue Halle soll bis zu 40 Mio. Euro kosten und erst Mitte 2029 fertig sein. Damit der Eissport bis dahin nicht verschwindet, mietet DuisburgSport ab Mitte 2026 eine temporäre Eisfläche für rund 1,7 Mio. Euro im Jahr. Das sind gut 4.600 Euro pro Tag (1.700.000 € geteilt durch 365). Über die drei Jahre kommen rund 5,1 Mio. Euro zusammen, etwa ein Achtel der Baukosten, und zwar für eine Lösung, die danach nichts mehr wert ist. Hinzu kommen Zinsen für Kredite, auch für ein 25 Mio. Euro teures Außenbecken am Schwimmstadion: Sie steigen von 2,29 Mio. Euro (2026) auf 3,51 Mio. Euro (2029).

Wer das bezahlt, ist offen. Der Plan selbst warnt, dass das Eigenkapital des Betriebs aufgezehrt würde, falls die Stadt nicht nachhaltig ausgleicht. Die Vorlage verweist nur darauf, dass erst bei den Jahresabschlüssen geprüft werden soll, ob der Kernhaushalt die Verluste kompensieren kann. Der Rat sollte den Plan am 2. Juli 2026 beschließen; wie er entschied, ist nicht bekannt.

Kritik

Wer Großprojekte im dreistelligen Millionenbereich anschiebt, muss im selben Zug sagen, wer die Folgekosten trägt. Hier steigt das Defizit auf bis zu 6,5 Mio. Euro im Jahr, während die Deckung auf unbestimmte Zeit vertagt wird. Besonders bitter ist die Mietlösung für die Eissporthalle: Rund 5,1 Mio. Euro fließen in eine Übergangsfläche, die nach 2029 nichts hinterlässt. Der Bau sollte so geplant werden, dass die Überbrückung kurz und der Zeitplan belastbar ist, und der Ausgleich der Verluste gehört vor dem Beschluss in den städtischen Haushalt.

25-0865: DuisburgSport Wirtschaftsplan 2026, Ratsinformationssystem der Stadt Duisburg, 3. Juni 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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