Hannover: 5 Millionen für Weg ohne Anschluss
Der Bund zahlt 4,3 von 5,15 Millionen Euro für den Umbau der Culemannstraße in Hannover, doch für die Kreuzungen an beiden Enden fehlt das Geld
Was ist passiert?
Zwischen Neuem Rathaus, Maschpark und Leine verläuft die Culemannstraße auf einem Damm, der 1899 als Hochwasserschutz angelegt wurde. Die Stadt will die Straße zu einem Parkweg mit Veloroute und Gehweg umbauen. Der denkmalgeschützte Maschpark soll so bis ans Flussufer reichen, rund 8000 Quadratmeter Verkehrsfläche sollen zu Grünfläche werden.
Die Ratsversammlung stimmte dem Entwurf am 27. August 2026 mit 42 zu 19 Stimmen zu. Die Gesamtkosten betragen 5,15 Mio. Euro. Der Bund übernimmt 4,335 Mio. Euro, die Stadt trägt 815.000 Euro. Je Quadratmeter neuer Grünfläche sind das rund 644 Euro (5.150.000 Euro geteilt durch 8000 Quadratmeter).
Das Problem ist die Förderfrist. Das Programm verlangt, dass alles bis zum 31. Dezember 2028 fertig ist, und lässt danach keine baulichen Änderungen mehr zu. Deshalb wird die Veloroute zunächst so gebaut, dass bis zu zwölf Monate lang auch Autos hindurchfahren. Auf 3,5 Metern der insgesamt 5,5 Meter Breite gilt Einbahnverkehr nach Norden, für Radler in Gegenrichtung wird ein 2,0 Meter breiter Streifen mit einer provisorischen Schwelle abgetrennt. Erst danach soll die Straße für Autos ganz gesperrt werden.
Offen bleibt, was an den Enden geschieht. Die Umbauten der Knotenpunkte am Friedrichswall im Norden und am Arthur-Menge-Ufer im Süden nennt die Vorlage „eigene große Projekte“. Geld dafür ist in der mittelfristigen Finanzplanung nicht vorgesehen, daher soll eine Übergangslösung her. Auch die Baustellenfläche für die Sanierung der Bauverwaltung, die von Mitte 2027 bis 2031 läuft, kann erst um 2031 zurückgebaut werden. Dafür braucht die Stadt weitere Mittel im Haushalt 2031/32, wenn es keine Förderung mehr gibt.
Die Verwaltung versichert, die Fördermittel seien trotz der kleineren Fläche nicht gefährdet.
Kritik
Wer eine Straße für über fünf Millionen Euro zum Parkweg umbaut, sollte die Anschlüsse an beiden Enden gleich mitplanen und bezahlen. Stattdessen richtet die Stadt nach dem Takt der Förderfrist zuerst eine Übergangslösung ein und schiebt die Knotenpunkte auf unbestimmte Zeit. Die Folge sind Provisorien, die später wieder abgebaut werden, und Folgekosten, die der Stadt allein bleiben. Die Baustelle der Bauverwaltung hätte sich mit dem Zeitplan abstimmen lassen müssen, bevor eine Förderzusage das Tempo vorgibt.
1298/2026: Maschpark und Leineufer wiedervereint, Ratsinformationssystem der Stadt Hannover, 29. Juni 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.