4,17 Millionen Verlust bei Leverkusens Baufirma
Die städtische Immobiliengesellschaft in Leverkusen plant für 2029 und 2030 4,17 Millionen Euro Verlust, obwohl die Stadt alle Kosten und einen Gewinn zahlt
Was ist passiert?
Die Leverkusener Immobiliengesellschaft (LEVI) ist eine städtische Gesellschaft und setzt für die Stadt große Bauvorhaben um, darunter das Kernprojekt City C, den Berufsschulcampus Bismarckstraße und das Bahnhofsquartier. Das Prinzip ist einfach: Die Stadt zahlt Abschläge auf die Projektkosten, dazu kommen ein Anteil an den Gemeinkosten und ein Gewinnzuschlag. Entsprechend rechnet die Mittelfristplanung bis 2028 mit Überschüssen von zusammen rund 1,91 Mio. Euro (0,32 + 0,77 + 0,82 Mio. Euro).
Danach dreht die Planung ins Minus. Für 2029 sind 0,91 Mio. Euro Jahresverlust vorgesehen, für 2030 sogar 3,26 Mio. Euro, zusammen 4,17 Mio. Euro. Dabei fehlt es nicht an Unterstützung. Für 2026 und 2027 stehen konsumtive Kapitalzuschüsse der Gesellschafterin von zusammen 1,5 Mio. Euro im Plan (1,0 + 0,5 Mio. Euro). Für City C sollen 2029 und 2030 außerdem Wohnbauförderdarlehen von zusammen 4,16 Mio. Euro aufgenommen werden (1,28 + 2,88 Mio. Euro). Die geplanten Verluste sind damit fast so hoch wie diese Darlehen.
Besonders auffällig ist das Jahr 2030. Die Erträge aus städtischen Projekten sollen bei 40,06 Mio. Euro liegen, allein die Aufwendungen für bezogene Leistungen bei 40,36 Mio. Euro. Das sind schon 0,30 Mio. Euro mehr, bevor ein Euro Personal bezahlt ist. Obendrein sind in dem Jahr 842.000 Euro Gewinnzuschlag einkalkuliert. Die Personalkosten steigen bereits 2026 von 1,44 auf 2,05 Mio. Euro, ein Plus von rund 0,61 Mio. Euro. 2030 sollen sie bei 2,40 Mio. Euro liegen.
Der Rat soll am 23. Februar 2026 dem Wirtschaftsplan 2026 zustimmen. Die Vorlage räumt lediglich ein, dass dies künftige Spielräume der Haushaltsplanung einschränkt und die angestrebte Genehmigungsfähigkeit des Haushaltssicherungskonzepts zu beachten ist. Zu den Verlusten der späteren Jahre schweigt sie.
Kritik
Eine Gesellschaft, die ihre Kosten von der Stadt erstattet bekommt und noch einen Gewinnzuschlag erhält, darf keine Jahresverluste von 4,17 Mio. Euro einplanen. Dass sie nach Zuschüssen von 1,5 Mio. Euro und Förderdarlehen von 4,16 Mio. Euro trotzdem im Minus landet, zeigt, dass Kalkulation oder Kostenstruktur nicht stimmen. Am Ende hängt das Defizit an der Stadt als Gesellschafterin und damit an den Bürgern. Die Planung gehört korrigiert, bevor Zuschüsse fließen: Abschläge so ansetzen, dass sie die Projektkosten tatsächlich decken, und den Personalaufbau an die Aufträge koppeln statt umgekehrt.
2026/0181: Erteilung von Weisungen nach § 113 Abs. 1 GO NRW - Wirtschaftsplan und Finanzplan der Leverkusener Immobiliengesellschaft mbH (LEVI) und der Stadtteilentwicklungs- und Projektgesellschaft Wiesdorf/Manfort mbH (SEPG), Ratsinformationssystem der Stadt Leverkusen, 9. Februar 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.