Staatsbilanz

Stadt/Leverkusen/Fehlplanung

Mülleimer in Leverkusen rosten nach 10 Jahren

In der Fußgängerzone von Wiesdorf in Leverkusen sind 10 von 27 Mülleimern kaputt, der Ersatz kostet 1.050 Euro je Stück und zahlt der Gebührenzahler

Was ist passiert?

Die City Wiesdorf ist das Einkaufszentrum im Leverkusener Stadtbezirk I, mit Fußgängerzone, Breidenbachstraße und Pfarrer-Schmitz-Straße. Aufwerten wollte man sie schon 2015. Die Technischen Betriebe der Stadt (TBL) sollten damals die Abfallbehälter aus den 1980er Jahren ersetzen. Weil alles einheitlich aussehen sollte, schrieb die Verwaltung den TBL das Modell „Toluca“ vor, das gerade in der heutigen Pfarrer-Schmitz-Straße aufgestellt worden war. Dort hatten Landesmittel und eine Standortgemeinschaft die Aufwertung bezahlt.

27 dieser Eimer kamen in die City. Nach zehn Jahren sind sie so heruntergekommen, dass sie nach und nach wegmüssen: irreparable Schäden und Korrosion. Zehn Behälter sind schon abgebaut, das sind mehr als ein Drittel (10 von 27, rund 37 Prozent). Weitere sollen zeitnah folgen.

Als Ersatz sollen die TBL nun das Modell „Winsen“ eines anderen Herstellers bestellen. Es steht bereits in den Fußgängerzonen von Opladen und Schlebusch und hat sich laut Vorlage bei Haltbarkeit und Unterhaltung „uneingeschränkt“ bewährt. Es kostet voraussichtlich 1.050 Euro brutto je Stück und damit weniger als der Vorgänger. Wie viele Behälter bestellt werden, steht nicht in der Vorlage. Wären es alle 27, ergäben sich 28.350 Euro (27 × 1.050 Euro).

Die Mittel waren im Wirtschaftsplan 2026 nicht angemeldet und werden deshalb außerplanmäßig bereitgestellt. Außerdem sind die Toluca-Eimer buchhalterisch noch nicht abgeschrieben, denn die Verwaltung hatte zwölf Jahre Nutzungsdauer angesetzt. Der Restbuchwert wird nun außerordentlich abgeschrieben. Die zwölf Jahre seien „zu hoch angesetzt“ gewesen, räumt die Vorlage ein. Für die neuen Behälter gelten zehn Jahre, also 105 Euro Abschreibung je Eimer und Jahr (1.050 Euro : 10 Jahre). Bezahlen sollen am Ende die Bürger, denn die Kosten fließen in die Müllgebühren.

Kritik

Eine Stadt, die für ein einheitliches Erscheinungsbild ein Modell vorschreibt, muss vorher prüfen, ob es zehn Jahre Fußgängerzone übersteht. Hier hielten die Eimer kürzer als die angesetzten zwölf Jahre, und die Rechnung kommt jetzt bei den Gebührenzahlern an. Dass das Ersatzmodell andernorts in Leverkusen schon lange steht, hätte man auch 2015 prüfen können. Bei der nächsten Beschaffung gehören Haltbarkeit und realistische Nutzungsdauer vor die Gestaltung.

2026/0166: Mülleimer City Wiesdorf, Ratsinformationssystem der Stadt Leverkusen, 2. Februar 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

Weitere Vorgänge aus Leverkusen

  1. 01.10.2026Leverkusen 68.650 Euro für Keime im Leverkusener Bad 68.650 € Im Freizeitbad CaLevornia in Leverkusen fiel die neue Chlorpumpe nach wenigen Monaten aus, das Trinkwasser kostete seit Oktober 2025 schon 68.650 Euro
  2. 01.10.2026Leverkusen Schulküche in Leverkusen: fünf Jahre Wartezeit 190.000 € In Leverkusen braucht die Küche der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule fünf Jahre bis zur Sanierung, neue Werktische warten ein Jahr auf Strom
  3. 17.09.2026Leverkusen Gewerbegebiet nach 27 Jahren ungültig nicht beziffert Leverkusen muss den Plan für 30.000 Quadratmeter Gewerbefläche in Bergisch Neukirchen neu aufstellen, was das kostet, weiß die Stadt nicht

Neue Vorgänge per E-Mail

Auswahl ändern

Neue Vorgänge per E-Mail

Bestätigung per E-Mail, Abmeldung jederzeit. Datenschutz