Staatsbilanz

Stadt/Würzburg/Teure Kleinigkeit

295.000 Euro für vier Bäume und drei Bänke

Würzburg will in Grombühl eine kleine Grünfläche an einer Kreuzung anlegen, 50.000 Euro mehr als im Haushalt eingeplant sind

Was ist passiert?

Grombühl ist ein dicht bebauter Stadtteil, durch den eine der wichtigen Straßenbahnachsen Würzburgs führt. An der Kreuzung von Petrinistraße und Senefelderstraße parken Autos quer, daneben liegen eine Verkehrssperrfläche und ein Stück Gehweg. Die Fläche ist stark versiegelt, Grün gibt es kaum.

Das soll sich ändern. Auf rund 250 Quadratmetern will die Stadt einen sogenannten Pocket-Park anlegen. Der Planungs- und Mobilitätsausschuss stimmte dem Entwurf am 21.7.2026 ungeändert zu. Vorgesehen sind vier Bäume, Pflanzflächen mit Gräsern, Stauden und Sträuchern, drei Sitzbänke und ein Mülleimer. Nach Darstellung der Verwaltung soll der Park als niedrigschwelliger Treffpunkt das Stadtklima verbessern und die Nachbarschaft stärken. Das ist die Begründung, und sie klingt für sich genommen harmlos.

Dann folgt die Kostenberechnung: 295.000 Euro brutto einschließlich Baunebenkosten. Das sind 1.180 Euro je Quadratmeter (295.000 : 250) oder, rein rechnerisch, 73.750 Euro je Baum (295.000 : 4). Im Haushalt stehen allerdings nur 245.000 Euro bereit. Die fehlenden 50.000 Euro müssen überplanmäßig bereitgestellt werden, das sind gut 20 Prozent mehr als eingeplant (50.000 : 245.000 = 20,4 Prozent).

Hoffnung macht eine Förderung von 80 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten aus der Städtebauförderung. Sie ist aber weder bewilligt noch bisher beantragt, die Umsetzung steht unter dem Vorbehalt der Bewilligung. Wie viel der Kosten tatsächlich als zuwendungsfähig gelten, ist offen. Auch die jährlichen Folgekosten für den Unterhalt nennt die Vorlage nur als „derzeit noch nicht bezifferbar“.

Kritik

Begrünung und Schatten im Stadtteil sind ein berechtigtes Anliegen, aber 295.000 Euro für 250 Quadratmeter mit vier Bäumen, drei Bänken und einem Mülleimer stehen in keinem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen. Dass 50.000 Euro über dem Haushaltsansatz liegen, zeigt, dass die Kosten schon vor dem ersten Spatenstich davongelaufen sind. Auch eine mögliche Förderung ändert daran nichts, denn sie stammt ebenfalls von Steuerzahlern. Die Stadt hätte die Fläche schlichter gestalten und mit weniger Aufwand begrünen müssen, bevor sie Geld für Folgekosten bindet, die sie selbst noch nicht beziffern kann.

04/6100-9211/2026: Stadtteilentwicklung Grombühl: Begrünungsmaßnahme Pocket-Park Petrinistraße, Ratsinformationssystem der Stadt Würzburg, 21. Juli 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

Weitere Vorgänge aus Würzburg

  1. 15.10.2026Würzburg 31 Millionen für eine Turnhalle im Hangar 31,3 Mio. € Würzburg baut auf dem Hubland einen alten Flugzeughangar für 31,3 Millionen Euro zur Sporthalle um, 11,4 Millionen davon zahlt die Stadt
  2. 15.10.2026WürzburgAusgabe mit Nachfrage Turnhalle in altem Hangar für 31 Millionen 31.371.893 € Würzburg baut einen alten Flugzeughangar zur Sporthalle um, 31,4 statt 28,2 Millionen Euro, dabei fehlt Geld für Unvorhergesehenes noch
  3. 13.10.2026WürzburgAusgabe mit Nachfrage Kübelbäume für 770.000 Euro 770.000 € Würzburg plant 13 Großkübel, drei Bäume, Bänke und Licht für 770.000 Euro, 260.000 Euro davon zahlt die Stadt selbst.

Neue Vorgänge per E-Mail

Auswahl ändern

Neue Vorgänge per E-Mail

Bestätigung per E-Mail, Abmeldung jederzeit. Datenschutz