Kaputte Straße zur Würzburger Uniklinik
Seit 20 Jahren ist der Zustand bekannt, nun flickt Würzburg die Zufahrt zur Uniklinik für 50.000 Euro, obwohl sie bald umgebaut wird
Was ist passiert?
Die Uniklinik Würzburg erreicht man über die Oberdürrbacher Straße, die Josef-Schneider-Straße und den Zinklesweg. Über diese Straßen kommen Patienten, Klinikpersonal und Rettungsdienste zum Haus. Eine Stadtratsfraktion fragte nun nach dem Zustand. Rettungswagen sollen in der Oberdürrbacher Straße stellenweise auf die Gegenfahrbahn ausweichen, weil sie weniger kaputt ist und die Fahrt für Kranke ruhiger macht.
Die Antwort der Verwaltung ist ungewöhnlich offen. Der schlechte Zustand der Oberdürrbacher Straße sei im Tiefbau seit rund 20 Jahren bekannt. Beschwerden von Bürgern, Patienten, Klinikpersonal und Rettungsdiensten habe es über die Jahre gegeben. Gehandelt wurde trotzdem kaum, denn die Straße sollte zusammen mit der Straßenbahnerweiterung ausgebaut werden. Dafür schloss die Stadt bereits 2013 eine Vereinbarung mit der WSB. Der finanzielle Aufwand sei deshalb klein gehalten worden, um den Synergieeffekt beim gemeinsamen Bau nutzen zu können. Das ist die Begründung der Verwaltung, und sie klingt zunächst plausibel.
Nur kam die Straßenbahn nicht. Planfeststellung, Förderverfahren und Vergaberecht verzögerten den Baubeginn bis heute, also seit 13 Jahren. Der Bauhof flickte in der Zwischenzeit „mehrfach stellenweise“. Hinzu kamen Aufgrabungen für einen Kanal (2023 bis 2024), ein Mehrleiterrohr des Klinikums (2024 bis 2025) und kleinere Arbeiten von MFN und Telekom. Heute sind die Fahrbahnen laut Verwaltung „verbraucht“, ihr Zustand sei „nicht mehr hinnehmbar“.
Jetzt, kurz vor dem angekündigten Baubeginn noch in diesem Jahr, will der Bauhof rund 50.000 Euro in den Oberflächenbelag stecken. Die Straßen sollen während der Bauphase befahrbar bleiben. Verteilt auf die 13 Jahre seit der Vereinbarung wären das rund 3.850 Euro im Jahr (50.000 Euro geteilt durch 13). Für diese Summe wird eine Straße hergerichtet, die danach ohnehin umgebaut werden soll.
Kritik
Zwei Jahrzehnte auf einen Bautermin zu setzen, der ständig wackelte, war keine Sparsamkeit, sondern eine Wette, die die Stadt verloren hat. Jedes Jahr Flickwerk kostete Geld, ohne die Straße dauerhaft besser zu machen, und am Ende steht doch eine Sonderausgabe für den Belag. Wer jahrelang weiß, dass der Umbau nicht kommt, muss die Straße ordentlich instand halten, statt sie verfallen zu lassen. Dass die Fahrbahn zuletzt auch noch mehrfach aufgegraben wurde, obwohl ein Umbau erwartet wurde, zeigt fehlende Abstimmung und lässt den Schaden wachsen.
00/1000-9368/2026: Anfrage Stadtratsmitglied Dr. Düber vom 03.09.2026 zum Zustand der Zufahrtsstraßen zur Uniklinik Würzburg, Ratsinformationssystem der Stadt Würzburg, 10. September 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.