16 Mio. Euro für eine Fahrradgarage im Bunker
Bielefeld muss für die Fahrradgarage im Bunker am Bahnhof womöglich 16 statt 3,5 Mio. Euro zahlen, weil Zuschüsse von Bund und EU platzen
Was ist passiert?
Am Hauptbahnhof liegt ein Bunker, der mehr als 70 Jahre alt ist. Die Stadt will ihn zur unterirdischen Fahrradgarage umbauen und südwestlich davon einen Erweiterungsbau anfügen. Der Umbau soll 6.007.000 Euro kosten, der Erweiterungsbau samt Zugangssystem 9.961.000 Euro. Das sind zusammen 15.968.000 Euro. Gefördert wird mit 4,5 Mio. Euro (BALM) und 7.968.812 Euro (EFRE). Für die Stadt bleiben damit rechnerisch 3.499.188 Euro (15.968.000 minus 12.468.812).
Doch das Projekt kommt nicht voran, wie geplant. Der Rat hatte im Juli 2025 erlaubt, die Planungsaufträge schon zu vergeben, bevor der EFRE-Bescheid vorlag und bevor der Vertrag mit der Bahn stand. Der Bescheid kam am 22.01.2026, in Aussicht gestellt war er für den 18.02.2025. Der Bahnvertrag war auch nach fünf Verhandlungsrunden nicht unterschrieben. Im Bunker fanden sich Asbest und flächenhaft verbaute PAK im Bodenbelag. Die Bestandspläne waren unvollständig, und die Ausschreibung der Brandschutzplanung musste aufgehoben werden, weil kein wertbares Angebot vorlag.
Die Folge: Der Umbau müsste bis 31.12.2027 fertig sein, der Erweiterungsbau bis 31.12.2028. Beides ist laut Verwaltung nicht zu halten, die Gesamtmaßnahme verschiebt sich um mindestens ein Jahr. Am 17.12.2025 beantragte die Stadt bei beiden Geldgebern 1,5 Jahre mehr. Die Zusage muss bis zum 30.09.2026 vorliegen. Sonst droht die vollständige Rückforderung, und Bielefeld müsste die Garage allein bezahlen. Der städtische Anteil stiege dann von rund 3,5 auf knapp 16 Mio. Euro, also auf das 4,6-Fache. Alternativ käme ein Abbruch in Betracht. Für die ersten Planungsstufen waren bis dahin rund 709.800 Euro vergeben bzw. veranschlagt.
Offen ist zudem die unterirdische Verbindung zum Bahnhofsgebäude. Dort liegen Stromkabel im Weg, außerdem wäre ein mehr als einjähriges Verfahren nötig. Der Gang könnte später kommen oder aus Kostengründen ganz entfallen. Stand ist die Vorlage vom 27.01.2026. Was danach beschlossen wurde, ist unbekannt.
Kritik
Die Stadt hat Planungsaufträge im Wert von rund 710.000 Euro ausgelöst, bevor Förderbescheid und Bahnvertrag gesichert waren. Der Zeitplan war für einen über 70 Jahre alten, mit Schadstoffen belasteten Bunker von Anfang an riskant. Wer zwei Teilprojekte an feste Förderfristen bindet, muss genug Puffer einplanen und die Genehmigungen der Bahn vorab klären. Dass am Ende 12,5 Mio. Euro Fördergeld auf dem Spiel stehen, ist ein vermeidbares Risiko für die Steuerzahler.
0251/2025-2030: Unterirdische Fahrradgarage Hauptbahnhof, Ratsinformationssystem der Stadt Bielefeld, 10. Februar 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.