Staatsbilanz

Stadt/Bochum/Teure Kleinigkeit

14.000 Euro für ein Holzpferd in Wattenscheid

Auf einem Spielplatz in Bochum-Wattenscheid soll ein Holzpferd 14.000 Euro kosten, geplant waren 8.000 Euro für zwei Spielgeräte

Was ist passiert?

Am Höntroper Gänsereiterweg im Bochumer Stadtbezirk Wattenscheid gibt es einen kleinen Kinderspielplatz. Weil die Gänsereitervereine ihr 425-jähriges Jubiläum feiern, beschloss die Bezirksvertretung im August 2023, dort Spielgeräte mit Gänsereiter-Bezug aufzustellen. Dafür waren 8.000 Euro vorgesehen, und zwar für zwei Geräte.

Dann stellte die Verwaltung fest, dass die Fläche nicht reicht. Sicherheitsabstände und Freiflächen lassen nur ein weiteres Gerät zu. Statt zwei Geräten soll es daher eines geben: das Holzpferd „Hotti“ mit Zügeln, das es nach Angaben der Verwaltung sonst auf keinem Bochumer Spielplatz gibt. Die zunächst genannten Wipptiere seien dagegen zu abstrakt und würden „erfahrungsgemäß weniger stark wahrgenommen“. Das ist die Begründung des Jugendamts für den Wechsel.

Die Rechnung dazu geht allerdings in die falsche Richtung. Statt 8.000 Euro für zwei Geräte soll die Bezirksvertretung nun 14.000 Euro für ein einziges bereitstellen, also 6.000 Euro oder 75 Prozent mehr. Bei zwei Geräten hätte jedes im Schnitt 4.000 Euro kosten sollen. Das Angebot für „Hotti“ liegt bei 11.299,53 Euro, das ist rund das 2,8-Fache (11.299,53 : 4.000).

Zudem stimmen die Zahlen nicht recht zusammen. Die aufgelisteten Posten (Gerät 6.170 Euro, Sockel 115 Euro, Montage 1.885 Euro, Anfahrt 450 Euro, Fracht 530,40 Euro) ergeben zusammen 9.150,40 Euro. Der genannte Gesamtpreis liegt mit 11.299,53 Euro um 2.149,13 Euro höher. Die angefragten 14.000 Euro enthalten obendrein einen Puffer von 2.700,47 Euro, weil das Angebot nur bis zum 1. September 2026 galt und die Sitzung erst am 15. September stattfinden sollte. In der Finanztabelle der Vorlage stehen weiterhin nur 8.000 Euro.

Kritik

Wer die Fläche kennt, muss vor einem Beschluss wissen, wie viele Geräte darauf passen. Dass aus zwei Geräten eines wird und der Preis trotzdem um drei Viertel steigt, ist schwer zu vermitteln. Ein Einzelstück mit „Alleinstellungsmerkmal“ ist hier teurer als der ursprüngliche Plan, ohne dass der Nutzen für die Kinder belegt wäre. Statt eines großzügigen Puffers auf ein verfallendes Angebot hätte die Verwaltung ein belastbares, rechtzeitig gültiges Angebot oder eine günstigere Gerätevariante vorlegen müssen.

20262187: Gänsereiter-Spielgerät, Ratsinformationssystem der Stadt Bochum, 15. September 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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