25.000 Euro für Spielgeräte im Lager
Bochum zahlte 25.000 Euro für VR-Brillen und Trainingsgeräte für Kinder, doch in drei Jahren gab es nur elf Einsätze, 2025 nur einen
Was ist passiert?
Der Bochum-Fonds ist ein Etatposten der Stadt, aus dem bürgerschaftliche Projekte unterstützt werden. Verwaltet wird er von der Bochum Marketing GmbH. 2023 floss daraus eine Förderung von 25.000 Euro an die Sportjugend im Stadtsportbund. Sie schaffte damit unter dem Titel „Der Nachwuchs-Sport wird digitaler!“ VR-Brillen, Icaros-Geräte für ein Ganzkörpertraining, Blaze Pods und Sitzwürfel mit Lernspielen an. Die Technik sollte Bochumer Vereinen kostenfrei zur Verfügung stehen und gerade Kinder und Jugendliche ansprechen, die viel sitzen.
Auf eine Anfrage der AfD-Fraktion im Rat nannte die Verwaltung im Januar 2026 die dokumentierten Nutzungen. Für 2023 und 2024 sind je fünf Einsätze aufgeführt, für 2025 genau einer: der Gerther Sommer am 5. Juli mit rund 120 Teilnehmern. Es handelte sich vor allem um betreute Auftritte bei Festen und Präsentationen, kaum um klassische Ausleihen an Vereine.
Einen Schulungsraum am Westring gab es nach Auskunft der Verwaltung nicht. Stattdessen setzte man auf ein mobiles Smartboard und iPads in einer transportablen Box.
Den Einbruch erklärt die Sportjugend mit einer fehlenden Halle. Nach den Schul-Digitaltagen im März und Juni 2024 mit 28 und 27 Teilnehmenden musste das geplante Kursformat zurückgestellt werden, weil die vorgesehene Hallennutzung nicht mehr zur Verfügung stand. Die Geräte selbst sind laut Verwaltung voll funktionsfähig. Die Sportjugend empfiehlt nun eine dauerhafte Sportstätte, damit Schulkurse verlässlich laufen können.
Rechnerisch ergibt das 25.000 Euro für elf dokumentierte Einsätze, also rund 2.270 Euro je Einsatz (25.000 geteilt durch 11). Andere Projekte aus derselben Anfrage lieferten dagegen greifbare Zahlen, etwa zwölf von zwölf durchgeführten Workshops in der „Bibliothek der Dinge“.
Kritik
Wer 25.000 Euro in Technik steckt, deren Kern ein Kursformat in einer Halle ist, muss vorher klären, ob diese Halle dauerhaft zur Verfügung steht. Das war offenbar nicht gesichert, und so lagen die Geräte nach dem Stopp der Kurse die meiste Zeit ungenutzt im Lager. Sinnvoll wäre gewesen, die Förderung an einen belastbaren Standort zu koppeln oder in Stufen auszuzahlen. Die Geräte hätten zudem von Anfang an gezielt Schulen und mehreren Vereinen angeboten werden können, statt auf ein einziges Kursformat zu setzen.
20260202: Bochum-Fonds, Ratsinformationssystem der Stadt Bochum, 22. Mai 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.