Dunkler Schulweg bleibt dunkel in Bochum
In Bochum-Dahlhausen zahlt die Stadt 37.000 Euro für sechs Solarlampen mit Lücken, für die 30.000 Euro teure Schulwegstelle fehlt das Geld
Was ist passiert?
Der Ruhrauenpark ist eine große Wohnsiedlung mit vielen jungen Familien. Morgens gehen Kinder von dort über die Willi-Geldmacher-Straße und den anschließenden Geh- und Radweg, den Panoramaweg, zur Grundschule Dahlhausen und zum Bahnhof. Ab der Hausnummer 218 ist es auf diesem Weg dunkel. Die SPD-Fraktion der Bezirksvertretung Bochum-Südwest fragte im September 2025 nach einer Beleuchtung, nach den Kosten und nach Geld im Haushalt.
Die Stadtverwaltung antwortete im März 2026 mit zwei Varianten. Variante a) sieht vier Leuchten zwischen Hausnummer 218 und der Freizeitanlage vor, lückenlos an der Stelle, wo der Schulweg beginnt. Sie soll rund 30.000 Euro kosten, also 7.500 Euro je Leuchte (30.000 Euro geteilt durch 4). Variante b) sieht sechs Leuchten im Verlauf des Panoramawegs vor, nur in Grünbereichen und mit Lücken dazwischen. Dafür veranschlagt die Verwaltung rund 37.000 Euro, das sind rund 6.170 Euro je Leuchte (37.000 Euro geteilt durch 6). Gemeint sind kabellose Solar- und Akkuleuchten, die mindestens 20 Tage ohne Aufladung durchhalten sollen. Das erspare Erdarbeiten und Schäden an Wurzeln, so die Begründung. Im Preis stecken Material, Aufstellung und Wartung.
Beide Zahlen stammen aus einer einzigen Anfrage bei den Stadtwerken Bochum. Die Stadtwerke bieten zugleich das Modell an, das die Verwaltung nennt: die Protos 275 des Herstellers Photinus.
Bemerkenswert ist die Finanzierung. Für Variante a) stehe im Haushalt „leider“ kein Geld bereit, unter anderem fehle es bei der Straßenbeleuchtung. Für Variante b) reichten dagegen im Jahr 2026 beim Umwelt- und Grünflächenamt noch die Mittel für den Ausbau von Radwegen. Vorgeschlagen wird deshalb die teurere Gesamtsumme für die Variante mit Lücken. Dazu kommen jährlich 1.850 Euro Abschreibung (37.000 Euro geteilt durch 20 Jahre) und rund 1.000 Euro Zinsen.
Kritik
Gut 6.000 Euro für eine einzelne Solarleuchte sind viel Geld, und für diese Summe hätte die Stadt mehr als ein Angebot einholen müssen, statt sich auf die Auskunft eines Anbieters zu verlassen, der das Modell gleich mitliefert. Auffällig ist zudem, dass die Mittel für die Variante mit Lücken im Radwegetopf lagen, während die durchgehende Beleuchtung des Schulwegs am Anfang des Wegs ohne Finanzierung blieb. Wenn die Sicherheit der Schulkinder der Anlass war, hätte die Stadt zuerst für diesen Abschnitt Geld bereitstellen müssen und dann prüfen können, was im Park noch sinnvoll ist.
20260768: Beleuchtung zur Schulwegesicherung Willi-Geldmacher-Str./Ruhrauenpark, Ratsinformationssystem der Stadt Bochum, 29. April 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.