Staatsbilanz

Stadt/Dortmund/Folgekosten

2,68 Millionen Euro für einen Mängel-Park

Dortmund soll bis 2050 für den Revierpark Wischlingen zahlen, obwohl der neue Park schon kurz nach der Eröffnung Mängel zeigte und teils zurückgebaut wird

Was ist passiert?

Der Revierpark Wischlingen ist eine Freizeitanlage im Dortmunder Westen. Betrieben wird er von einer GmbH, die seit 2024 allein der Stadt gehört, weil der Regionalverband Ruhr (RVR) als Mitgesellschafter ausgestiegen ist. Zuvor hatte der RVR den Park mit rund 5,66 Mio. Euro EFRE-Fördermitteln aufwerten lassen. Im Juni 2023 wurde er neu eröffnet. Dafür muss der Park bis 2048 (die geförderten Solitärbäume sogar bis 2073) in dem geförderten Zustand erhalten werden.

Schon kurz nach der Eröffnung stellte die Bezirksregierung Arnsberg Mängel fest: Pflegemissstände, Vandalismusschäden und Bepflanzungen, die nie umgesetzt wurden. Außerdem funktionieren Teile der neuen Anlage nicht so, wie sie angenommen werden sollten, und sollen zurückgebaut werden. Die damit verbundene Fördermittelrückzahlung von 112.000 Euro trägt der RVR. Wer die Vandalismusschäden von rund 160.000 Euro bezahlt, ist noch offen.

Nun soll der Rat am 1. Oktober 2026 einen weiteren Parkpflegezuschuss beschließen: 90.000 Euro netto im Jahr, mit Umsatzsteuer 107.100 Euro, ab 2026 bis voraussichtlich 2050. Der RVR zahlt denselben Betrag. Auf die Stadt entfallen damit 25 Jahre mal 107.100 Euro, also rund 2,68 Mio. Euro, oder gut 293 Euro pro Tag (107.100 Euro geteilt durch 365). Das Geld kommt obendrauf: Die Stadt zahlt der GmbH ohnehin schon einen Gesamtzuschuss von 2.672.000 Euro für 2026 und seit 2008 einen Parkpflegezuschuss von 300.000 Euro im Jahr. Den Mehrbedarf für 2026 von 27.058 Euro deckt sie aus dem Etat für Großveranstaltungen, weil in diesem Jahr kein Meisterkorso stattfand.

Die Verwaltung verweist darauf, dass in den vier anderen Revierparks ähnlich verfahren wird und der Fördergeber Fristen gesetzt hat. Nach drei Jahren sollen die tatsächlichen Pflegekosten ausgewertet und der Zuschuss für die restliche Laufzeit neu festgelegt werden. Der RVR zahlt allerdings nur gegen Kostennachweis, der Ratsbeschluss nennt dagegen einen festen Betrag.

Kritik

Die Stadt verpflichtet sich auf einen Zuschuss über 25 Jahre für eine Anlage, deren Pflegeaufwand sie noch gar nicht kennt. Der RVR zahlt höchstens 90.000 Euro und nur gegen Nachweis, die Stadt sollte ihren Beitrag ebenfalls an tatsächlich belegte Kosten und eine Obergrenze koppeln. Dass ein mit Millionen gefördertes Projekt schon kurz nach der Eröffnung Pflegemängel zeigt und teilweise zurückgebaut wird, hätte vorher Anlass sein müssen, Umfang und Folgekosten kritischer zu prüfen. Wer ausgestiegene Partner und offene Schadensfragen hinterher mit Dauerzuschüssen auffängt, zahlt am Ende für fremde Planungsfehler mit.

02424-26: Revierpark Wischlingen GmbH: Parkpflegezuschuss, Ratsinformationssystem der Stadt Dortmund, 24. September 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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