Staatsbilanz

Stadt/Dortmund/Fehlplanung

50.000 Euro für einen Zaun, den man abbauen ließ

In Dortmund-Wambel will der Stadtbezirk Brackel bis zu 50.000 Euro für einen Zaun zahlen, den er 2024 selbst entfernen ließ

Was ist passiert?

Die Straße „Auf dem Hohwart“ im Dortmunder Stadtteil Wambel ist eine Wohnsiedlungsstraße mit einem grünen Mittelstreifen. Dort fährt neben dem übrigen Verkehr auch eine Buslinie, verkehrsberuhigt ist die Straße nicht. In der Nähe liegt eine AWO-Kindertagesstätte, die den Grünstreifen regelmäßig als zusätzliche Spielfläche nutzt. Bis 2024 stand dort eine Umzäunung.

Dann wurde sie entfernt, und zwar mit Zustimmung der Bezirksvertretung Brackel. Inzwischen sieht das Gremium den Fehler offenbar bei der Entscheidung selbst: Anwohner hätten bei einem Ortstermin Kritik geäußert, in der Siedlung zögen wieder mehr Familien mit kleinen Kindern zu, und die Kita sehe den Wegfall ebenfalls kritisch. Auf Antrag von SPD, CDU und Grünen soll die Verwaltung den Zaun nun wiederherstellen. Die Kosten von bis zu 50.000 Euro sollen aus Mitteln der Bezirksvertretung kommen.

Die Verwaltung hatte zuvor von einer Wiederherstellung abgeraten. Sie nannte Kosten zwischen 40.000 und 50.000 Euro und verwies auf Zaunhöhen von bis zu neun Metern, die zum Schutz vor Ballspielen erforderlich wären. Die Antragsteller setzen die obere Grenze an, also 10.000 Euro oder ein Viertel mehr als die untere Schätzung (10.000 : 40.000 = 25 Prozent). Ihr Argument: Weil die Bezirksvertretung selbst zahle, entfalle das Kostenargument der Verwaltung. Das ist eine bemerkenswerte Rechnung, denn es bleibt dasselbe Steuergeld. Beschlossen werden sollte der Antrag in der Sitzung am 8. Oktober 2026, ob er angenommen wurde, ist unbekannt.

Kritik

Wer einen Zaun erst mit eigener Zustimmung abbauen lässt und zwei Jahre später bis zu 50.000 Euro für seine Rückkehr bereitstellt, hat die Folgen des Rückbaus offenbar nicht ausreichend bedacht. Dass die Kosten aus dem Topf des Bezirks statt aus dem Stadthaushalt kommen, macht die Ausgabe nicht sparsamer. Bevor so viel Geld in eine Anlage fließt, die nach Angaben der Verwaltung teils sehr hoch ausfallen müsste, sollten günstigere Wege zur Sicherung der Querung ernsthaft geprüft werden. Vor allem aber sollte ein Gremium Rückbauten künftig so sorgfältig abwägen, dass sie nicht Jahre später teuer korrigiert werden müssen.

03376-26: Gemeinsamer Antrag SPD, CDU, Grüne - Wiederherstellung der Schutzumzäunung auf dem Grünstreifen „Auf dem Hohwart" in Dortmund-Wambel, Ratsinformationssystem der Stadt Dortmund, 8. Oktober 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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