79.000 Euro für Weihnachtslichter im Viertel
Im Dortmunder Brückviertel sind für Lichterketten nur 36.000 Euro zugesagt, es fehlen 43.000 Euro, dazu kommen jährlich bis zu 20.000 Euro
Was ist passiert?
Das Brückviertel liegt im Stadtbezirk Innenstadt-West. Dort wünschen sich Anwohner und Gewerbetreibende seit Langem eine Weihnachtsbeleuchtung. Damit die vorhandenen Straßenlaternen Lichterketten tragen können, müssen sie zunächst technisch aufgerüstet werden. Dafür hatte die Bezirksvertretung 36.000 Euro zugesagt.
Das Angebot des Energieversorgers DEW21 für den Einbau von Maststeckdosen an 36 Standorten beläuft sich auf knapp 33.000 Euro, also rund 917 Euro je Laterne (33.000 : 36). Damit blieben nur etwa 3.000 Euro übrig. Doch die Steckdosen allein bringen noch kein Licht ins Viertel.
Die Beleuchtung selbst kostet einmalig 46.000 Euro für 36 Elemente, 32.000 Euro für 25 oder 25.500 Euro für 20 Elemente. Dazu kommen jährlich geschätzte 10.000 bis 20.000 Euro für Aufhängen, Abhängen, Lagerung und Instandhaltung. Die Geschäftsführung beziffert die Gesamtkosten auf 55.000 bis 79.000 Euro, jeweils zuzüglich der laufenden Kosten. Bei der großen Variante bleiben nach Abzug der zugesagten 36.000 Euro noch 43.000 Euro offen (79.000 minus 36.000).
Deshalb sollen die bewilligten Mittel nun anteilig umgewidmet werden. Sie würden „überwiegend“ für die Umrüstung verwendet, der Rest fließe je nach Dringlichkeit in Anschaffung oder Betrieb. Gemessen am Spielraum von rund 3.000 Euro wirkt das eher wie ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Die Hoffnung ruht auf dem City-Fonds, der üblicherweise höchstens 10.000 Euro je Projekt fördert und einen Eigenanteil von 50 Prozent verlangt. Höhere Summen sind nur in Ausnahmefällen möglich. Für die Betriebskosten soll ein dauerhaftes Sponsoring aus dem Viertel sorgen. Erste Zusagen lägen vor, doch der Weg sei „noch herausfordernd“. Wie die Bezirksvertretung am 22.4.2026 entschieden hat, geht aus der Vorlage nicht hervor.
Kritik
Wer Lichterketten kauft, ohne zu wissen, wer sie bezahlt und betreibt, kauft zuerst und rechnet danach. Schon bei den Betriebskosten von 10.000 bis 20.000 Euro im Jahr ist die Anschaffung der großen Variante (46.000 Euro) nach gut zwei bis knapp fünf Jahren übertroffen. Vor dem Einbau der Steckdosen hätten Sponsoring und Eigenanteil verbindlich feststehen müssen. Zudem sollte der Umfang an das gesichert Finanzierbare angepasst werden, notfalls mit der kleinsten Variante, statt Fördergeld für einen anderen Zweck umzuwidmen.
39152-25/2: Mitteilung der Geschäftsführung zu: Beleuchtung im Brückviertel, Ratsinformationssystem der Stadt Dortmund, 22. April 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.