Staatsbilanz

Stadt/Dortmund/Fehlplanung

Dortmund repariert Schulen kaum

Dortmund hat 2025 nur 34 von 100 Euro für Reparaturen an Schulen und Kitas verbaut, will das Programm aber auf 21,6 Millionen Euro erhöhen

Was ist passiert?

Dortmund (NRW). Die Stadt betreibt Schulen, Kitas, Sporthallen und Feuerwachen, an denen ständig etwas instand gesetzt werden muss. Die Städtische Immobilienwirtschaft führt dafür ein Bauprogramm für Sanierungen und Reparaturen, die nicht als Neubau gelten. Es geht um marode Abwasserleitungen in Wasserschutzgebieten, um Brandmeldeanlagen, Fassaden, Dächer und Toiletten.

Nun liegt der dritte Fortschreibungsbericht vor. Das Programm umfasst 89 Maßnahmen und wächst von 18,6 auf 21,6 Mio. Euro, ein Plus von gut 16 Prozent. Dabei kam das Geld bisher kaum an. Für 2025 standen 8,25 Mio. Euro bereit, bis Anfang November prognostiziert wurden Ausgaben von 2,78 Mio. Euro. Von 100 Euro wurden also etwa 34 Euro verbaut (2,78 geteilt durch 8,25). Bei 26 Maßnahmen ist die Planung noch nicht einmal begonnen. Die Begründung der Verwaltung: Die Fachleute seien mit dem Schulneubau und dem Programm „DO 2035“ ausgelastet, für Sanierungen bleibe nur begrenzt Zeit. Der Sanierungsstau werde deshalb weiter wachsen.

Das Warten kostet bereits Geld. Beim Max-Planck-Gymnasium steigen die Kosten für Sockelabdichtung, WC-Sanierung und Entwässerung von 818.000 auf rund 1,61 Mio. Euro, also um knapp 795.000 Euro. Die Verteuerung entspricht damit fast dem gesamten ursprünglichen Betrag. Der Grund ist schlicht, dass der Kostenrahmen von 2017 auf den geplanten Baubeginn 2027 hochgerechnet wird.

Bei der ehemaligen Frenzelschule wurde ein Förderbescheid aufgehoben, weil vor Bekanntwerden der Förderbedingungen „förderschädlich gehandelt“ worden sei. Die erwartete Förderung für die Kanalmaßnahmen sank dadurch von 987.177 auf 791.200 Euro, also um rund 196.000 Euro.

Für 2026 liegt die Prognose bei 5,01 Mio. Euro, geplant waren per Saldo 3,57 Mio. Euro. Das sind 1,45 Mio. Euro mehr. Die Stadt rechnet selbst damit, dass nicht alles ausgegeben wird, und nennt die Prognose eine „Bedarfsliste“. Der Rat soll am 26. März 2026 zustimmen und dabei auch auf separate Planungs- und Ausführungsbeschlüsse verzichten.

Kritik

Ein Programm um 3 Mio. Euro aufzustocken, während zwei Drittel der bereitgestellten Mittel ungenutzt bleiben, löst das Problem nicht. Der Engpass sind offenbar nicht die Haushaltsmittel, sondern das fehlende Personal, und das hätte die Stadt zuerst beheben müssen. Wer Sanierungen wie am Max-Planck-Gymnasium neun Jahre liegen lässt, zahlt am Ende fast doppelt. Die Stadt sollte Maßnahmen priorisieren, die tatsächlich umgesetzt werden können, und das Personal in der Immobilienwirtschaft gezielt aufstocken, statt weiter Bedarfslisten zu verlängern.

39113-25: 3. Fortschreibungsbericht konsumtive Hochbaumaßnahmen, Ratsinformationssystem der Stadt Dortmund, 24. Februar 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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