Staatsbilanz

Stadt/Dortmund/Teure Kleinigkeit

Eine Sitzbank für 2.000 Euro

In Hombruch soll ein Verein für den Marktplatz 15.000 Euro bekommen, obwohl seine eigene Rechnung nur 14.000 Euro ergibt

Was ist passiert?

In Hombruch gibt es an der Domänenstraße bereits Hochbeete mit essbaren Pflanzen, die eine Arbeitsgruppe mit Unterstützung des Vereins Schlaraffenband betreut. Nun soll der nahe Marktplatz zum „Essbaren Hombrucher Marktplatz“ werden, mit Hochbeeten, Sitzbänken und Tischen, gebaut gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern. Für das Gartenjahr 2026 liegt der Bezirksvertretung dazu ein Antrag über insgesamt 20.000 Euro vor. Als Anteil Dritter ist nichts eingetragen, der Eigenanteil besteht aus ehrenamtlicher Arbeit.

Auf den Marktplatz allein entfallen 15.000 Euro, das sind drei Viertel der Summe (15.000 ÷ 20.000 = 0,75). Der beigefügte Kostenvoranschlag des Vereins Erlebt was e. V. führt acht Hochbeete zu je 500 Euro auf (4.000 Euro), drei Sitzbänke zu je 2.000 Euro (6.000 Euro) und zwei Picknicktisch-Garnituren zu je 1.000 Euro (2.000 Euro). Das ergibt zu Recht eine Zwischensumme von 12.000 Euro. Dazu kommen 2.000 Euro für Projektkoordination. Zusammen sind das 14.000 Euro. Als Gesamtsumme steht dennoch 15.000 Euro im Papier, und woher die fehlenden 1.000 Euro stammen, erklärt der Antrag nicht.

Auffällig sind auch die Einzelpreise. Eine Sitzbank soll so viel kosten wie vier Hochbeete, und die drei Bänke zusammen (6.000 Euro) kosten mehr als alle acht Hochbeete (4.000 Euro). Eine komplette Picknicktisch-Garnitur schlägt dagegen mit 1.000 Euro zu Buche, halb so viel wie eine einzelne Bank. Die Begründung: Die Bänke sind massiv aus Holz, wetterfest behandelt und für den öffentlichen Raum gedacht, und im Preis stecken laut Antrag auch Planung, Bau im Workshop und pädagogische Arbeit. Ob das den doppelten Preis einer Garnitur mit Tisch und Bänken trägt, bleibt die Frage. Der Stand ist die Sitzung der Bezirksvertretung am 28. April 2026; ein Beschluss ist nicht bekannt.

Kritik

Eine Antragssumme, die um 1.000 Euro über der eigenen Rechnung liegt, darf gar nicht erst in die Beratung kommen. Mit 2.000 Euro je Bank ist ein einzelnes Sitzmöbel doppelt so teuer wie eine ganze Tischgarnitur im selben Antrag. Die Bezirksvertretung sollte höchstens die nachgerechneten 14.000 Euro bewilligen und für die Sitzmöbel einfachere, günstigere Lösungen verlangen. Dass Schüler mitbauen, rechtfertigt keinen Preis, der sich im Antrag selbst nicht erklären lässt.

01725-26: Erlebt Was e. V. Finanzierung Hochbeete, Ratsinformationssystem der Stadt Dortmund, 28. April 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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