Staatsbilanz

Stadt/Dortmund/Folgekosten

Handy-Bänke ohne Geld für Reparaturen

In Dortmund-Scharnhorst sollen Sitzbänke mit Ladestation für je 5.000 Euro aufgestellt werden, doch wer ab August 2027 Defekte bezahlt, ist offen

Was ist passiert?

Im Dortmunder Stadtbezirk Scharnhorst, zu dem sieben Stadtteile gehören, bietet das Dortmunder Systemhaus im Rahmen seiner Smart-City-Strategie „Smarte Bänke“ an. Gemeint sind Sitzbänke mit eingebauter Solaranlage, an denen Passanten ihre mobilen Geräte aufladen können. Das soll die Aufenthaltsqualität erhöhen und öffentliche Plätze stärker beleben.

Eine solche Bank kostet laut Vorlage rund 5.000 Euro je Stück, zuzüglich Aufstellung und Einbau. Bis zu vier Bänke je Stadtbezirk zahlt das Modellprojekt „Smart City“, das wären höchstens 20.000 Euro (4 × 5.000 Euro). Soll jeder der sieben Stadtteile eine Bank bekommen, kommen drei weitere dazu, mindestens 15.000 Euro (3 × 5.000 Euro). Dafür kann die Bezirksvertretung eigene investive Mittel bereitstellen.

Es eilt, heißt es. Die Beschaffung müsse „baldmöglichst“ eingeleitet werden. Deshalb hat die Geschäftsführung der Bezirksvertretung nach Rücksprache mit dem Bezirksbürgermeister dem Systemhaus bereits grundsätzliches Interesse signalisiert, noch bevor das Gremium am 22.9.2026 darüber beraten sollte. Als Grund nennt die Vorlage die Fristwahrung.

Der eigentliche Haken steht auf einer Folie in der Anlage. Smart City finanziert nur bis August 2027 und kümmert sich um Koordination, Vergabe und Beschaffung. Instandhaltung, Wartung und Betrieb ab August 2027 sowie Vandalismusschäden, Reparaturen und laufende Kosten liegen ausdrücklich außerhalb des Verantwortungsbereichs. Wer sie übernimmt, steht nirgends. Bei einer Beschlussfassung im September 2026 und anschließender Beschaffung bliebe für die geförderte Zeit weniger als ein Jahr. Danach hängt an jeder Bank mit Solarmodul und Ladetechnik, im Freien und für jeden erreichbar, ein offener Kostenposten.

Kritik

Technik im öffentlichen Raum kostet nicht nur beim Kauf, sondern jedes Jahr danach, und dafür gibt es hier keinen Zuständigen. Wer Geräte aufstellt, deren Wartung, Reparatur und Vandalismusschäden nach weniger als einem Jahr ungeklärt sind, verschiebt die Rechnung auf die Stadt oder den Bezirk. Eigene Mittel für weitere Bänke sollte die Bezirksvertretung erst bewilligen, wenn Folgekosten und tatsächlicher Bedarf belegt sind. Ob eine ladefähige Bank mehr Menschen auf einen Platz lockt als eine gewöhnliche, hätte vorab an wenigen Standorten geprüft werden müssen, statt zur Fristwahrung Interesse zu signalisieren.

03180-26: Smart City Dortmund - Aufstellung von Bänken, Ratsinformationssystem der Stadt Dortmund, 22. September 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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