Staatsbilanz

Stadt/Dortmund/Kostensteigerung

Lager für Katastrophenschutz kostet 40 Mio. Euro

Das Lager der Feuerwehr in Dortmund-Eving kostet 40,64 Mio. Euro, geplant waren 15,38 Mio. Euro, im Haushalt stehen nur 15,4 Mio. Euro

Was ist passiert?

Die Geräte für den Katastrophenschutz der Dortmunder Feuerwehr stehen derzeit verteilt auf mehrere Wachen, weil im Fahrzeug- und Gerätezentrum der Platz fehlt. Weiteres Material lagert in einer angemieteten Halle in Dorstfeld mit rund 12.900 m² Lagerfläche. Im Stadtteil Eving soll deshalb ein Zentrallager entstehen. Die Halle soll dann abgemietet werden, und im Ernstfall soll das Material schneller verfügbar sein.

Die Machbarkeitsstudie von 2021 setzte für den Neubau 15,38 Mio. Euro an. Nach der Entwurfsplanung rechnet die Verwaltung nun mit rund 40,64 Mio. Euro brutto, das ist gut das 2,6-Fache (40,64 : 15,38). Im Haushalt sind für das Lager dagegen nur rund 15,4 Mio. Euro vorgesehen. Es fehlen 24,27 Mio. Euro. Hinzu kommen Zinsen, die die Stadt über die gesamte Finanzierungsdauer auf bis zu 25,1 Mio. Euro beziffert.

Die Verwaltung erklärt den Sprung mit dem Ukrainekrieg, der Baustoffe verteuert habe, mit dem später beschlossenen Klimaprogramm der Stadt, mit der Fassadenbegrünung und mit einem gestiegenen Bedarf der Feuerwehr. Schon 2024 war der Rahmen auf 35,15 Mio. Euro angehoben worden. Seither kamen weitere 5,24 Mio. Euro dazu, etwa für einen zweiten Lastenaufzug als Reserve, einen Öltank und zwei getrennte Gefahrstofflager. Allein die Umstellung von Bodenblock- auf Regallagerung schlägt mit 1,83 Mio. Euro zu Buche. Die Abweichung von 14,81 Prozent liege innerhalb der zulässigen 20 Prozent. Das stimmt, allerdings gemessen an einem Rahmen, der bereits mehr als verdoppelt worden war.

Die Einsparung klingt bescheiden: Für die Halle in Dorstfeld fallen 621.072 Euro Miete und 360.216 Euro Nebenkosten an, zusammen 981.288 Euro im Jahr. Für knapp 40 Mio. Euro Investition ließe sich diese Halle gut 40 Jahre mieten (39.910.158 : 981.288 ≈ 40,7). Ab 2030 soll der Neubau außerdem jährlich 1,55 Mio. Euro an Folgeaufwendungen verursachen. Der Rat soll am 9. Juli 2026 entscheiden, der Bau ist für Februar 2028 bis April 2029 geplant.

Kritik

Wenn aus 15,38 Mio. Euro binnen weniger Jahre über 40 Mio. Euro werden, war die erste Zahl keine tragfähige Planungsgrundlage. Dass der Haushalt nur 15,4 Mio. Euro vorsieht, obwohl der Bedarf längst bekannt war, zeigt, dass die Kosten nicht rechtzeitig nachgeführt wurden. Bei einem Lager, dessen Einsparung bei der Miete weniger als eine Million Euro im Jahr beträgt, hätte die Stadt Größe und Ausstattung streng am Notwendigen ausrichten und Mindeststandards prüfen müssen. Erst wenn Raumprogramm und Kosten zusammenpassen, sollte der Bau beschlossen werden.

00967-26: Neubau des Zentrallagers der Feuerwehr an der Seilerstraße, Ratsinformationssystem der Stadt Dortmund, 17. Juni 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

Weitere Vorgänge aus Dortmund

  1. 14.10.2026Dortmund Drei Haltestellen: 633.000 Euro mehr 1.903.000 € Dortmund baut an der Stadtbahn U47 drei Haltestellen barrierefrei um, doch weil nur eine Firma bot, steigen die Kosten von 1,27 auf 1,9 Millionen Euro
  2. 08.10.2026Dortmund 50.000 Euro für einen Zaun, den man abbauen ließ 50.000 € In Dortmund-Wambel will der Stadtbezirk Brackel bis zu 50.000 Euro für einen Zaun zahlen, den er 2024 selbst entfernen ließ
  3. 07.10.2026DortmundAusgabe mit Nachfrage 6 Millionen Euro für private Wachleute 6 Mio. € Dortmund will von 2027 bis 2030 jährlich 1,5 Millionen Euro für Wachleute in der Innenstadt zahlen, fast 1,7-mal so viel wie fürs Nachtcafé

Neue Vorgänge per E-Mail

Auswahl ändern

Neue Vorgänge per E-Mail

Bestätigung per E-Mail, Abmeldung jederzeit. Datenschutz