Staatsbilanz

Stadt/Düsseldorf/Kostensteigerung

194.731 Euro für eine vergessene Straße

In der Düsseldorfer Jägerstraße fehlte beim neuen Abwasserkanal die Straße darüber in der Rechnung, das macht 194.731 Euro mehr

Was ist passiert?

Der städtische Stadtentwässerungsbetrieb erneuert Kanäle, baut Regenbecken und betreibt die Klärwerke. Jedes Projekt ab 500.000 Euro beschließt der Betriebsausschuss, und einmal im Jahr bekommen die politischen Gremien einen Statusbericht. Der jüngste Bericht mit Stichtag 31. Dezember 2025 listet 45 Maßnahmen auf.

Eine davon ist die Erneuerung des Kanals in der Jägerstraße. Der Betriebsausschuss beschloss sie im September 2024 mit 1.218.120 Euro. Inzwischen rechnet der Betrieb mit 1.412.851 Euro. Das sind 194.731 Euro mehr, etwa 16 Prozent (194.731 geteilt durch 1.218.120). Die Erklärung im Bericht ist kurz: Die Straßenbaukosten seien nicht als Planungsmittel berücksichtigt worden. Mit anderen Worten: Man hatte einen Kanal geplant und die Wiederherstellung der Straße darüber schlicht nicht eingerechnet.

Auch der Zeitplan geriet ins Rutschen. Der Bau sollte im März 2025 beginnen und begann im Juni 2025. Fertig sein sollte alles im April 2026, nun ist es August 2026. Als Grund nennt der Bericht vorlaufende Arbeiten der Netzgesellschaft.

Im Gesamtbild fällt der Fehler nicht ins Gewicht, und so wird er im Bericht auch behandelt. Über alle 45 Maßnahmen liegen die erwarteten Kosten mit 255,8 Millionen Euro rund 2,07 Millionen Euro oder 0,8 Prozent unter den Beschlusssummen. Das liegt vor allem an günstigen Ausschreibungsergebnissen. Allein bei der Akazienstraße sind es 395.332 Euro weniger als beschlossen (3.153.348 minus 2.758.016). Die Jägerstraße frisst von der Gesamtersparnis fast jeden zehnten Euro wieder auf (194.731 von 2.066.023, gut 9 Prozent).

Kritik

Dass zu einem Kanalbau am Ende auch die Straße gehört, ist dem Betrieb selbst bekannt, denn der Bericht führt den Straßenbau ausdrücklich als nachlaufende Maßnahme. Ein Posten, der in jeder Kostenberechnung für dieses Projekt stehen muss, darf nicht fehlen. Dass der Fehler im Gesamtergebnis nicht auffällt, weil anderswo günstig vergeben wurde, macht ihn nicht kleiner, sondern verdeckt ihn nur. Vor dem Beschluss hätte eine Prüfung der Kostenberechnung auf Vollständigkeit genügt.

SEBD/009/2026: Projektstatusbericht der Baumaßnahmen für die öffentliche Abwasserbeseitigung und im Wasserbau ab 500.000 Euro - Information -, Ratsinformationssystem der Stadt Düsseldorf, 16. Januar 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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