47.242 Euro für alte Kita-Container
In Düsseldorf-Wersten kostet die Reparatur von Kita-Containern 47.242 statt 22.855 Euro, dabei zieht die Kita im Juni 2026 aus
Was ist passiert?
In Wersten betreibt der freie Träger wert-voll gGmbH eine Kita mit vier Gruppen, 10 Plätzen für unter Dreijährige und 45 für ältere Kinder. Untergebracht ist sie in einer Containeranlage auf dem Grundstück der katholischen Kirchengemeinde. Die Kirchengemeinde hatte die Container einst selbst genutzt, solange ihr Ersatzneubau der Kita Roderbirkener Straße entstand. Inzwischen gehören sie dem Träger. Gedacht war das als Übergangslösung, bis der städtische Neubau an der Straße Scheideweg 24 steht.
Doch der Neubau verzögerte sich immer wieder. Die voraussichtliche Nutzungsdauer der Container ist nach Angaben der Verwaltung längst überschritten, gebraucht werden sie trotzdem noch bis Juni 2026. Ein Sachverständiger stellte Mängel fest, die den Betrieb beeinträchtigten. Im November 2024 bewilligte der Jugendhilfeausschuss deshalb 22.855 Euro für die Instandsetzung.
Das reichte nicht. Die Arbeiten erwiesen sich bei Zeit und Material als „weit aufwändiger“ als veranschlagt. Am Ende standen Gesamtkosten von 47.242 Euro. Nach Abzug des Trägeranteils von 10 Prozent (4.724 Euro) bleiben 42.518 Euro, die die Stadt zahlen soll. Das sind 19.663 Euro mehr als bewilligt, also rund 86 Prozent (19.663 geteilt durch 22.855). Die Verwaltung hält den Mehraufwand für nachvollziehbar, die Arbeiten sind bereits erledigt. Der Ausschuss soll die Summe am 21. Januar 2026 im Nachhinein freigeben.
Hinzu kommt: Die vorgeschriebene Zweckbindungsfrist kann nicht eingehalten werden, weil die Kita im Juni 2026 in den Neubau umziehen soll. Der Träger beantragte, die Mehrkosten allein aus städtischen Mitteln zu tragen und von der Frist abzuweichen, damit keine Rückforderungen entstehen. Das Jugendamt unterstützt das, die Plätze seien „alternativlos“. Bund und Land beteiligen sich nicht, der Betrag je Kitaplatz liegt bei rund 770 Euro (42.518 geteilt durch 55 Plätze). Nur falls im Verwendungsnachweis Rücklagen des Trägers auftauchen, soll er Geld erstatten.
Kritik
Wer Container als Provisorium kauft und später immer wieder verlängern muss, hätte die Verzögerung des Neubaus früh in die Planung einrechnen müssen. Die Instandsetzung einer Anlage, die ohnehin bald geräumt wird, erfordert eine belastbare Kostenermittlung vorab. Ein Zuschuss, der fast doppelt so hoch ausfällt wie bewilligt und erst nach Abschluss der Arbeiten nachgereicht wird, ist keine ordentliche Steuerung. Dass zudem die Zweckbindung ausgehebelt wird, damit der Träger nichts zurückzahlen muss, verlagert das Risiko vollständig auf die Stadt.
JHA/003/2026: Investitionskostenzuschüsse an freie Träger von Tageseinrichtungen für Kinder - hier: Kita Werstener Friedhofstraße 51, Ratsinformationssystem der Stadt Düsseldorf, 3. Dezember 2025. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.