Staatsbilanz

Stadt/Düsseldorf/Kostensteigerung

Altes Bürohaus soll 16,6 Mio. Euro kosten

Düsseldorf will ein halb leeres Bürohaus in der Altstadt umbauen, 2022 waren 7 Mio. Euro geplant, wer einzieht, ist unklar

Was ist passiert?

Mitten in der Altstadt steht an der Akademiestraße 2 ein Bürohaus aus dem Jahr 1967, das einst als Technikstandort für die städtische Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) gebaut wurde. Der kleinere Gebäudeteil trägt zwei denkmalgeschützte Giebelfassaden, die an anderer Stelle abgebaut und hier wieder aufgestellt wurden. Heute belegt die IKT nur das Dachgeschoss und einen Raum im ersten Obergeschoss, im Erdgeschoss sitzt die Düsseldorf Tourismus GmbH. Die übrigen Büroflächen und eine als Wohnraum ausgewiesene Fläche stehen leer.

Die Stadt will das Haus modernisieren, um eine Etage aufstocken und ihm ein repräsentativ gestaltetes Dachgeschoss geben. Offiziell soll so der Standort erhalten und dringend benötigte Bürodienstfläche in der Altstadt geschaffen werden. Mängel bei Elektro-, Brandschutz-, Klima- und Sicherheitstechnik gibt es tatsächlich. Wer die neuen Flächen aber nutzen soll, steht nicht fest: Ein Nutzungskonzept wird noch erarbeitet, vorgesehen sind schlicht „städtische Ämter“.

Die Kosten haben sich inzwischen mehr als verdoppelt. Der Bedarfsbeschluss von 2022 nannte 7 Mio. Euro, die Vorlage vom April 2026 verlangt 16,6 Mio. Euro. Das ist rund das 2,4-Fache (16,58 Mio. : 7 Mio.). Allein die Kommunikations- und Informationstechnik kostet 1,29 Mio. Euro mehr, der Umzug der IKT 840.000 Euro, die Honorare 1,94 Mio. Euro. Möbel für 190.000 Euro waren 2022 noch gar nicht eingeplant. Teilt man die Gesamtkosten durch die geplanten 1.276 Quadratmeter Bürofläche, ergeben sich rund 13.000 Euro je Quadratmeter (16,622 Mio. : 1.276). Die Verwaltung räumt zudem ein, dass die Kostenberechnung noch um bis zu 20 Prozent abweichen kann.

Dem stehen höchstens 757.775 Euro Fördermittel gegenüber, knapp 4,6 Prozent der Summe. Finanziert wird über Kredite, hinzu kommen jährliche Nettofolgekosten von 574.703 Euro. Der Rat soll am 7. Mai 2026 entscheiden, gebaut werden soll ab Ende 2027 für rund 30 Monate.

Kritik

Wer 16,6 Mio. Euro auf Kredit in ein Bürohaus steckt, sollte vorher wissen, wer dort arbeiten wird. Dass große Teile des Hauses leer stehen und kein Nutzungskonzept vorliegt, spricht dafür, dass erst gebaut und dann nach Bedarf gesucht wird. Ein Kostenrahmen, der binnen vier Jahren auf das 2,4-Fache anwächst, war als Entscheidungsgrundlage 2022 kaum tauglich. Die Stadt sollte zuerst den Flächenbedarf belegen und dann prüfen, ob ein schlichterer Umbau ohne repräsentatives Dachgeschoss genügt.

BAU/007/2026: Akademiestraße 2 - Erhaltung des Standorts durch Modernisierung, Teilumbau und Anpassung der Gebäudestruktur - Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss -, Ratsinformationssystem der Stadt Düsseldorf, 13. April 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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