Staatsbilanz

Stadt/Düsseldorf/Kostensteigerung

Düsseldorfer Spielplätze: 7,24 statt 4,72 Mio. Euro

In Rath und Mörsenbroich steigen die Kosten für Spielplätze, Plätze und eine Freilufthalle um über die Hälfte, weil die Stadt monatelang wartete

Was ist passiert?

„Mitten am Stadtrand“ heißt das Entwicklungskonzept für die Düsseldorfer Stadtteile Rath und Mörsenbroich. Mit Geld aus dem Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ sollen Spielplätze und Plätze aufgewertet, eine Freilufthalle gebaut und ein Quartiersmanagement samt Quartiersbüro finanziert werden. Der Rat beschloss das Konzept im Mai 2023 einstimmig.

Die Stadt stellte ihren Förderantrag am 31.10.2023. Der Bewilligungsbescheid kam am 24.10.2024, fast ein Jahr später. In dieser Zeit widmeten sich die Fachämter laut Vorlage anderen Projekten. Nach dem Bescheid dauerte es dann noch, bis die Arbeiten wieder liefen. Zwei Spielplatz- und Platzprojekte, der Spielplatz Mühlenbroich und der Kreitenplatz, können mangels Personal erst ab 2027 umgesetzt werden.

Die Folgen stehen in der Kostentabelle. Die Gesamtkosten steigen um 2,52 Mio. Euro auf 7,24 Mio. Euro. Ursprünglich waren es 4,72 Mio. Euro (7.243.592 minus 2.519.592), das ist ein Plus von gut 53 Prozent. Die Freilufthalle, früher eine schlichte Überdachung des Bolzplatzes, kostet statt rund 540.000 nun 1,59 Mio. Euro (1.590.000 minus 1.050.000), also fast das Dreifache. Beim Spielplatz Mühlenbroich liegen die Kosten bei 608.000 statt 210.000 Euro. Als Grund nennt die Stadt unter anderem eine vorgegebene Indexierung von 10 Prozent. Die hätte, vom alten Betrag gerechnet, 21.000 Euro ausgemacht, nicht 398.000. Das Quartiersmanagement wird auf Empfehlung der Bezirksregierung bis 2030 verlängert und kostet 994.000 statt 480.000 Euro.

Vier Teilmaßnahmen mit zusammen 1.036.000 Euro (240.000 + 132.000 + 624.000 + 40.000) fallen weg, ihre Mittel sollen anderswo helfen. Dennoch fehlen für 2028 bis 2030 noch 2,18 Mio. Euro investiv und 0,79 Mio. Euro konsumtiv, zusammen 2,97 Mio. Euro. Die Stadt räumt ein, dass dafür weitere Investitions- und Liquiditätskredite nötig sind. Die Förderung deckt 60 Prozent, bei der EFRE-Maßnahme 76 Prozent. Der Rat soll am 16.07.2026 entscheiden.

Kritik

Wer einen Förderantrag stellt, muss die Arbeit danach auch zügig fortsetzen können. Dass die Fachämter fast ein Jahr lang andere Projekte bearbeiteten und anschließend das Personal fehlte, haben die Düsseldorfer Steuerzahler mit Mehrkosten von über 2,5 Mio. Euro bezahlt. Die Indexierung erklärt die Sprünge bei Spielplatz und Freilufthalle nicht, hier hat sich die Stadt offenbar schlicht verkalkuliert. Vor weiteren Krediten sollten Projekte gestrichen oder schlanker gebaut werden, statt das Programm bis 2030 ungebremst auszuweiten.

APS/041/2026: Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) Rath/Mörsenbroich, Ratsinformationssystem der Stadt Düsseldorf, 21. April 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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