Staatsbilanz

Stadt/Freiburg/Fördergeld-Mitnahme

Eishalle Freiburg: Bund zahlt nur ein Fünftel

Freiburg will seine Eishalle für 39 Mio. Euro sanieren, der Bund gibt nur 8 Mio., die Stadt zahlt mindestens 22 Mio. und trägt alle Mehrkosten

Was ist passiert?

In der Echte-Helden-Arena drehen Hobbyläufer ihre Runden, Jugend- und Freizeitmannschaften trainieren, und der EHC Freiburg spielt dort Eishockey. Die Halle ist sanierungsbedürftig. Lange hatte die Stadt einen Neubau der Eislaufinfrastruktur im Blick und dafür jedes Jahr 500.000 Euro Planungsmittel zurückgelegt. Im Oktober 2025 legte der Bund ein Programm zur Sanierung kommunaler Sportstätten auf. Seitdem ist von einer Generalsanierung für 39 Mio. Euro die Rede, und das Ersparte soll in diese fließen.

Das Programm wirbt mit bis zu 45 Prozent Bundesanteil, deckelt die Förderung aber bei 8 Mio. Euro je Projekt. Bei der Arena trägt der Bund damit nur gut ein Fünftel (8 von 39 Mio. Euro, rund 21 Prozent). Vom Rest zieht die Verwaltung 2,5 Mio. Euro des EHC und 6,5 Mio. Euro von Stiftungen oder Spendern ab. Laut Vorlage „rechnet“ sie mit diesen Drittmitteln. Für den städtischen Haushalt bleiben dann noch mindestens 22 Mio. Euro. Auf jeden Euro aus Berlin kommen also mindestens 2,75 Euro aus der Stadtkasse (22 : 8). Mehrkosten und ausbleibende Spenden gehen nach der Vorlage ausdrücklich allein zulasten der Stadt.

Der Zeitplan hat kaum Luft. Die Planung steht erst in Leistungsphase 1 bis 2. Ob die Halle den geforderten Energiestandard erreicht, ist laut Anlage noch „zu prüfen“. Baubeginn soll 2029 sein, der letzte Bauabschnitt im dritten Quartal 2031 fertig werden. Die Förderfrist endet am 31.12.2031. Die Verwaltung räumt selbst ein, dass dies nur bei idealem Verlauf gelingen kann. Ihre eigene Einschätzung der Förderfähigkeit lautet „mittel“.

Für den Profibereich des EHC veranschlagt die Vorlage lediglich 10 bis 15 Prozent der Eiszeiten. Diese Zahl ist entscheidend, denn Hallen, die überwiegend dem Profisport dienen, fördert der Bund nicht. Trotz aller offenen Punkte sieht die Verwaltung in der Arena ein womöglich „beispielhaftes Fördervorhaben“.

Kritik

Ein Förderaufruf mit kurzer Frist darf nicht den Takt für ein 39-Millionen-Projekt vorgeben. Freiburg soll sich auf einen Zeitplan festlegen, der schon heute nur im Idealfall hält, und dabei jedes Kostenrisiko selbst übernehmen. Für jeden Bundeseuro stehen mindestens 2,75 Euro städtisches Geld im Feuer, ein Ausfall der eingeplanten Drittmittel und alle Mehrkosten noch nicht eingerechnet. Vernünftiger wäre es, die Arena erst mit belastbarer Planung und gesicherten Drittmitteln in einer späteren Förderrunde anzumelden, die laut Vorlage ohnehin möglich wäre.

G-25/175: Beschluss zur Teilnahme am Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Sportstätten" für die Steinriedhalle, Haslacher Bad und Echte-Helden Arena, Ratsinformationssystem der Stadt Freiburg, 21. November 2025. Zahlen gegen die Vorlage geprüft. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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