Das Fest wird mehr als viermal so teuer
Gelsenkirchen rechnet für Jubiläums- und Fan Feste mit 773.594 Euro, geplant waren 176.740 Euro.
Was ist passiert?
Die Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit ist dafür zuständig, wie die Stadt nach außen auftritt und feiert. Im Haushalt 2025 standen ihr dafür bei den sonstigen ordentlichen Aufwendungen 176.740 Euro zur Verfügung. In diesem Jahr gab es ein Stadtjubiläum mit Bezirksfesten und einem Stadtfest. Dazu kamen Fan Feste zu Live-Konzerten in der Arena.
Das Geld reichte nicht annähernd. Schon im Bericht zum 30.06.2025 lag die Hochrechnung bei 465.589 Euro. Zum 30.09.2025 stand sie bei 773.594 Euro. Bis dahin waren bereits 616.199 Euro ausgegeben, also mehr als das Dreieinhalbfache des ursprünglichen Ansatzes (616.199 : 176.740 = rund 3,5). Die Hochrechnung für das ganze Jahr entspricht dem 4,4-Fachen (773.594 : 176.740 = rund 4,4).
Die Verwaltung weist dem Rat einen Mehraufwand von 378.727 Euro aus. Das ist die Lücke zum bereits fortgeschriebenen Plan von 394.867 Euro. Dieser lag schon 218.127 Euro über dem Ursprungsansatz (394.867 minus 176.740). Gegenüber dem Beschluss zum Jahresbeginn fehlen also 596.854 Euro (218.127 plus 378.727).
Ein Drittel des Mehraufwands, rechnerisch etwa 126.000 Euro (378.727 : 3), entfiel allein auf die Sicherheit der Veranstaltungen. Die Vorlage nennt als Ursache lediglich die Vorbereitung und Durchführung der Feste. Wie sich die Summe auf Bezirksfeste, Stadtfest und Fan Feste verteilt, steht nicht darin. Es handelt sich um eine Hochrechnung, der Endstand für 2025 war zum Stichtag nicht bekannt.
Der Mehraufwand steht in der Vorlage als Posten unter vielen und ging zur Kenntnisnahme in den Ausschuss. Eine Verwaltung, die ein Jubiläum plant, weiß in der Regel, dass Feiern Sicherheitskosten haben. Bemerkenswert ist, dass der Posten trotzdem auf mehr als das Vierfache anwuchs.
Kritik
Wer ein Jubiläum und mehrere Fan Feste plant, muss die Kosten vorher seriös ansetzen, statt sie im Lauf des Jahres auf mehr als das Vierfache wachsen zu lassen. Dass ein Drittel des Mehraufwands auf die Sicherheit entfiel, ist kein unvorhersehbarer Posten, sondern gehört in jede Planung großer Veranstaltungen. Bei den Fan Festen zu Konzerten in der Arena stellt sich zudem die Frage, warum die Stadt sie überhaupt in dieser Größenordnung aus dem eigenen Haushalt bezahlt. Besser wäre ein fester Kostenrahmen gewesen, der Feste nach Budget zuschneidet und nicht umgekehrt.
1003949: Berichte zum Stichtag 30.06.2025 und 30.09.2025 (HFBPDG/VB OB), Ratsinformationssystem der Stadt Gelsenkirchen, 5. Februar 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.