Staatsbilanz

Stadt/Halle (Saale)/Finanzrisiko

Halle: 1,5 Millionen Euro für Sportheim weg

Halle strich die Sanierung von Umkleiden, Dach und Tribüne des Sportvereins VfL 96 aus dem Plan, Geld gibt es frühestens 2030

Was ist passiert?

Halle (Saale) (ST). Der VfL Halle 96 ist ein Sportverein, dessen Funktionsgebäude auf einem Pachtgelände steht. Dort befinden sich Umkleiden und Sanitärbereiche, dazu eine Tribüne und ein Dach, die dringend saniert werden sollten. Die Stadt Halle hatte dafür 1,5 Mio. Euro vorgesehen: 750.000 Euro städtische Eigenmittel aus dem Sondervermögen des Bundes „Infrastruktur und Klimaneutralität“ und 750.000 Euro Fördermittel.

Im Maßnahmenplan der Stadt standen acht Sportprojekte. Sieben blieben, nur die Sanierung beim VfL 96 (Maßnahme Nr. 36) wurde nach Bekanntwerden der Liste kurzfristig aus der Beschlussvorlage genommen. Die CDU-Stadtratsfraktion bemängelt, dass dafür keine Begründung öffentlich genannt wurde. Eine solche liefert auch die Antwort der Verwaltung nicht. Nach Angaben des Vereins wurde ihm in mehreren Gesprächen mit Verwaltung, Beigeordneter und Oberbürgermeister zugesichert, das Geld auf anderem Weg zu beschaffen. Ob und von wem solche Zusagen gemacht wurden, lässt sich dem Dokument nicht entnehmen.

Die Antwort der Verwaltung vom 9. Juni 2026 zeigt, wie tragfähig dieser Ersatz bislang ist. Städtische Mittel für die Sanierung stehen „erst ab dem Haushaltsjahr 2030“ zur Verfügung, und sie sind noch nicht haushaltsmäßig untersetzt. Für die zweiten 750.000 Euro soll der Verein einen Antrag auf Sportstättenförderung beim Land stellen. Das ist noch nicht geschehen, und ob das Land bewilligt, kann die Verwaltung nicht einschätzen. Von der Gesamtsumme von 1,5 Mio. Euro ist damit keine der beiden Hälften gesichert. Die Verwaltung räumt ein, dass sich die Maßnahme „um mindestens drei Jahre“ verschiebt.

Ein Projekt, das eben noch als dringlich genug für Bundesgeld galt, hängt nun an einem Haushaltsjahr, für das noch nichts geplant ist, und an einem Förderantrag, den es noch nicht gibt.

Kritik

Wer ein Projekt aus einer finanzierten Liste streicht, muss vorher wissen, womit er es ersetzt. Hier wurde die Deckung für 1,5 Mio. Euro aufgegeben, bevor eine Alternative stand. Die Folge ist eine Verschiebung um mindestens drei Jahre bei einem Gebäude, dessen Dach und Sanitärbereich als sanierungsbedürftig galten. Die Stadt sollte die Sanierung entweder wieder in den Plan aufnehmen oder verbindlich und öffentlich darlegen, wie sie früher als 2030 finanziert wird.

VIII/2026/02779: Anfrage der CDU-Stadtratsfraktion Halle (Saale) zur Finanzierung der Maßnahme Nr. 36 aus dem Sondervermögen des Bundes „Infrastruktur und Klimaneutralität" (Sanierung von Anlagen des VfL Halle 96), Ratsinformationssystem der Stadt Halle (Saale), 24. Juni 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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