4,6 Millionen Euro nur umgebucht
Ingolstadt löst sein Wirtschaftsreferat auf und schiebt 4,6 Millionen Euro an die Stadttochter, nur 1,4 Millionen Euro werden wirklich gespart
Was ist passiert?
Die Stadt hat das Wirtschaftsreferat zum Ende August 2026 aufgelöst. Die IFG Ingolstadt AöR gehört der Stadt und kümmert sich unter anderem um Grundstücke, das CongressCentrum und die Parkeinrichtungen. Sie soll nun zum 1. September 2026 die Aufgaben des Referats übernehmen, samt 3,6 der zuletzt 6,6 Stellen. Zwei Stellen entfallen, eine wechselt innerhalb der Stadtverwaltung.
Dazu kommen Beteiligungen und Verpflichtungen. Die IFG kauft der Stadt ihren Anteil von 34 Prozent am Digitalen Gründerzentrum brigk für 1,0 Mio. Euro ab, außerdem die Anteile an der AININ GmbH, Büroausstattung für 45.000 Euro und den Johann-Helfenzrieder-Preis. Insgesamt übernimmt die IFG Positionen von 4,6 Mio. Euro bis einschließlich 2029. Das soll den städtischen Haushalt entlasten, so die offizielle Begründung.
Bezahlen soll das die IFG aus freien Rücklagen von rund 1 Mio. Euro im Jahr. Diese Rücklagen waren eigentlich für die Abschreibungen von CongressCentrum und Parkeinrichtungen gedacht. Weil die Rücklagen dann nicht mehr den Kreditbedarf dämpfen, steigen die Darlehen der IFG um 2 Mio. Euro auf 193 Mio. Euro. Der Zinsaufwand für die neuen Aufgaben wächst von 23.000 Euro (2026) auf 129.000 Euro (2029), also auf mehr als das Fünffache. Zugleich plant die IFG für 2028 einen Verlust von 2,8 Mio. Euro und für 2029 von 5,9 Mio. Euro.
Echte Einsparungen gibt es nur bei den zwei nicht besetzten Stellen: rund 350.000 Euro im Jahr, bis 2029 etwa 1,4 Mio. Euro. Die übrigen 4,6 Mio. Euro verschwinden nicht, sie tauchen bei der städtischen Tochter wieder auf. Der Stadtrat stimmte am 11. Februar 2026 einstimmig zu.
Kritik
Wer Ausgaben von der Stadt in die eigene Tochter verschiebt, spart nichts, solange am Ende dieselben Bürger für beides haften. Echte Entlastung bringen hier nur die zwei gestrichenen Stellen mit 1,4 Mio. Euro bis 2029, während 4,6 Mio. Euro lediglich den Besitzer wechseln. Besonders fragwürdig ist, dass Rücklagen für die Abschreibung von Anlagen aufgebraucht werden und dafür mehr Kredit samt Zinsen nötig wird. Wenn Aufgaben nicht mehr gebraucht werden, sollte man sie streichen, statt sie in einem Konzern mit bereits 193 Mio. Euro Krediten zu versenken.
V0002/26: IFG Ingolstadt AöR;, Ratsinformationssystem der Stadt Ingolstadt, 11. Februar 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.