Ingolstadt: Lehrerlaptops für 1.500 Euro
Die Stadt will 982 Geräte kaufen, das Land zahlt nur 1.000 Euro je Stück dazu, das vorhandene Geld reicht aber nur für 690 bis 820
Was ist passiert?
Wer an einer Schule unterrichtet, braucht ein Dienstgerät, und wer die Schule betreibt, muss es bezahlen. In Ingolstadt ist dafür die Stadt als Schulaufwandsträger zuständig. Der Freistaat fördert die Lehrergeräte mit einem Festbetrag von 1.000 Euro je Stück, doch das Programm endet am 31. Dezember 2026. Ab 2027 soll eine jährliche Pauschale an seine Stelle treten.
Die Stadt wollte die Frist nutzen. 982 Geräte, die 2021 und 2022 angeschafft wurden, gelten ihr als austauschbedürftig, empfohlen ist eine Nutzungsdauer von vier Jahren. Eine erste Preisrecherche beim Einkaufsverbund BayKIT ergab jedoch Gerätepreise von 1.250 bis 1.500 Euro. Die Verwaltung führt das auf die Speicherknappheit infolge des KI-Booms zurück, Geräte unter 1.000 Euro seien nicht mehr zu bekommen. Die Beschaffung nennt sie „alternativlos“, auch weil die Preisbindungsfristen kurz seien.
Im Sommer 2026 gab die Stadt intern 1.034.336,68 Euro frei. Das Geld stammt aus drei Töpfen: 334.336,68 Euro aus dem Ansatz für Lehrkräfteausstattung, 500.000 Euro aus dem IT-Hardware-Budget nach geänderter Priorität und 200.000 Euro aus Haushaltsausgaberesten. Der Förderantrag war zum Zeitpunkt der Vorlage noch nicht gestellt.
Die Rechnung geht trotzdem nicht auf. Bei 1.500 Euro je Gerät reicht das Geld für rund 690 Geräte (1.034.337 Euro geteilt durch 1.500), bei 1.250 Euro für rund 820. Der Eigenanteil liegt bei 250 bis 500 Euro je Gerät, im ungünstigen Fall also bei einem Drittel des Preises (500 geteilt durch 1.500). Für alle 982 Geräte wären zwischen 1.227.500 Euro (982 mal 1.250) und 1.473.000 Euro (982 mal 1.500) nötig. Mindestens 162, höchstens 292 Geräte (982 minus 820 beziehungsweise minus 690) sollen deshalb erst 2027 folgen. Dann kommen noch rund 112 Geräte für Referendare hinzu, die die Stadt ebenfalls zahlen muss.
Kritik
Die Stadt kauft unter Zeitdruck zu Preisen, die den Förderhöchstsatz um bis zu die Hälfte übersteigen, und nennt das alternativlos. Dabei wurde offenbar nicht ernsthaft geprüft, ob der vom IT-Amt festgelegte Ausstattungsstandard für den Schulalltag in dieser Höhe nötig ist oder ob günstigere Geräte genügen. Auch bei der Zahl der Ersatzgeräte hätte die Stadt nachrechnen sollen, ob wirklich alle 982 sofort getauscht werden müssen. Wer beim Preis nicht verhandeln kann, sollte zumindest den Bedarf und die Anforderungen so zuschneiden, dass die Förderung die Kosten möglichst deckt.
V0505/26: Förderprogramm zur Beschaffung schulischer mobiler Endgeräte (SchulMobE);, Ratsinformationssystem der Stadt Ingolstadt, 22. Oktober 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.