Staatsbilanz

Stadt/Köln/Kostensteigerung

1,5 Millionen Euro für Kölner Skatepark

In Köln-Ehrenfeld soll ein Skatepark 1,54 Millionen Euro kosten, doch der Preis ist unsicher: Er kann um 618.000 Euro höher oder niedriger liegen

Was ist passiert?

In Köln-Ehrenfeld liegt die Bezirkssportanlage Prälat-Ludwig-Wolker. Auf einer Asphaltfläche von rund 1.500 Quadratmetern steht dort derzeit ein mobiler Pumptrack. An seiner Stelle soll ein Skatepark aus Ortbeton entstehen, entworfen gemeinsam mit Skatern, BMX-Fahrern und Rollstuhlsportlern. Vorgesehen sind Sitzblöcke mit Holzauflagen, zwei neue Bäume und Geländer im Farbton „Adenauer Grün“, angelehnt an die Kölner Rheinbrücken.

Die Planung begann im September 2020, der Genehmigungsplan trägt das Datum 4.12.2023. Den Baubeschluss fasste dann aber nicht der Rat, sondern Ende Juli 2026 der Oberbürgermeister gemeinsam mit einem Ratsmitglied per Dringlichkeitsentscheidung. Die Begründung: Dem Bund musste bis zum 3.8.2026 ein Beschluss vorliegen, damit die in Aussicht gestellte Förderung von 607.500 Euro nicht verfällt. Für die reguläre Ratssitzung am 2.7. sei die Vorlage zu früh gewesen, weil dort erst die Landesmittel beschlossen wurden. So lautet die Darstellung der Verwaltung.

Die Kostenberechnung weist 1.544.549,51 Euro brutto aus. Auf die Fläche gerechnet sind das gut 1.030 Euro je Quadratmeter (1.544.549,51 : 1.500). Allein der Oberbau schlägt mit 872.184 Euro zu Buche. Vom Bund kommen 607.500 Euro, aus dem Landesprogramm LuKIFG 742.500 Euro. Bei der Stadt bleiben rechnerisch rund 194.500 Euro. Hinzu kommen Abschreibungen von 154.455 Euro jährlich ab 2029.

Das Rechnungsprüfungsamt erhielt die Vorlage am 21.7., obwohl eigentlich ein Monat Vorlauf vorgesehen ist, und gab am 27.7. seine Stellungnahme ab. Es könne seiner Beratungspflicht gegenüber der Politik „nicht vollständig nachkommen“. Die Baunebenkosten ließen sich nicht verifizieren, Kosten der Beleuchtung seien gar nicht angegeben. Zudem liege die Genauigkeit einer solchen Kostenberechnung bei plus/minus 20 Prozent. Das ergibt eine Spanne von rund 1,24 bis 1,85 Mio. Euro, also etwa 618.000 Euro Unterschied. Die Baugenehmigung wird erst im ersten Quartal 2027 erwartet.

Kritik

Wer ein Projekt seit 2020 plant, sollte es nicht erst in den letzten Tagen einer Förderfrist beschließen lassen. Mit rund 1.030 Euro je Quadratmeter Skatefläche ist die Anlage kein Schnäppchen, und ihr Preis steht nicht einmal fest, weil die Kosten um mehr als 600.000 Euro nach oben oder unten abweichen können. Dass Bund und Land den Großteil zahlen, macht die Ausgabe nicht billiger, denn auch das ist Steuergeld. Die Stadt hätte die Vorlage so rechtzeitig einbringen müssen, dass Rat und Prüfer die Kosten in Ruhe hätten durchgehen können.

1340/2026: Baubeschluss für den 3. Teilbereich (Rollsportanlage) der Prälat-Ludwig-Wolker Bezirkssportanlage in Köln-Ehrenfeld, Ratsinformationssystem der Stadt Köln, 31. Juli 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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