Staatsbilanz

Stadt/Köln/Kostensteigerung

Römer-Museum: Preis fast vervierfacht

Statt 46,2 Mio. Euro rechnet die Stadt Köln inzwischen mit 177 Mio. Euro für die Sanierung des Römisch-Germanischen Museums.

Was ist passiert?

Das Römisch-Germanische Museum am Roncalliplatz, wo auch die Dombauhütte liegt, wurde 1974 fertiggestellt. Es steht auf einem Bunker aus den Jahren 1940/41 und ist seit Ende 2016 denkmalgeschützt. Nach fast 50 Jahren Nutzung gilt das Haus als dringend sanierungsbedürftig, auch bei der Energieeffizienz muss es nachgerüstet werden.

Der Rat beschloss die Sanierung 2017 mit einem Rahmen von 46,2 Mio. Euro: 4,5 Mio. Euro Planung, 34,5 Mio. Euro Baukosten und 7,2 Mio. Euro für Risiken. Mit dem Baubeschluss vom Februar 2024 stand bereits ein Budget von 169 Mio. Euro im Raum. Der aktuelle Sachstandsbericht nennt nun eine Gesamtkostenprognose von 177 Mio. Euro brutto. Darin stecken rund 8 Mio. Euro für Restaurierung und Transport der Exponate sowie für Medien und Modelle der künftigen Ausstellung.

Rechnet man nach, kommen auf jeden Euro des Beschlusses von 2017 heute knapp vier Euro (177 geteilt durch 46,2 ergibt rund 3,8). Der Aufschlag beträgt 130,8 Mio. Euro (177 minus 46,2).

Gebaut wird die Hauptmaßnahme bisher nicht. Zwar ist das Gebäude zurückgebaut, doch die Vergabe an einen Generalunternehmer dauert laut Bericht „aufgrund der Komplexität des Projektes“ noch an. Als Beginn war das dritte Quartal 2026 vorgesehen, tatsächlich steht der Termin auf „offen“. Erst nach der Vergabe lassen sich Baubeginn und Bauzeit festlegen. Vom Projektbudget von 169 Mio. Euro sind bislang 39,8 Mio. Euro verfügt und 27,0 Mio. Euro gezahlt. Das sind rund 15 Prozent der 177 Mio. Euro (27,0 geteilt durch 177).

Offen ist auch, wer was bezahlt. Zum Projekt gehört die Abdichtung der Decke der Dombauhütte für 5,6 Mio. Euro. Die Arbeiten sind abgeschlossen, doch über die Kostenteilung mit der Hohen Domkirche verhandelt die Stadt weiter. Der Finanzierungsanteil der Stadt ist „in Klärung“. Die Verwaltung stuft die Lage trotzdem nur als mittleres Risiko ein und verweist darauf, dass sie die Schnittstellen verringert habe.

Kritik

Eine Kostenschätzung, die am Ende bei einem Viertel des heutigen Betrags liegt, taugt nicht als Entscheidungsgrundlage für den Rat. Bei einem denkmalgeschützten Bau auf einem Bunker hätten Bestand und Risiken vor dem Beschluss gründlicher untersucht werden müssen. Dass die Kostenteilung mit der Domkirche erst nach Abschluss der Arbeiten verhandelt wird, ist ein vermeidbarer Fehler, denn solche Fragen gehören vor den Bau geklärt. Und wenn der Beginn der Hauptmaßnahme schon bei der Vergabe stockt, sollte die Stadt der Öffentlichkeit zumindest einen belastbaren Preis nennen, bevor weitere Millionen fließen.

0004/2026/2: Sachstandsbericht zur Generalinstandsetzung des Römisch-Germanischen Museums (RGM) - Stand 15. April 2026, Ratsinformationssystem der Stadt Köln, 28. April 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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