Staatsbilanz

Stadt/Krefeld/Fehlplanung

203.000 Euro Zuschuss für Marktplatz verloren

Wegen gescheiterter Ausschreibungen wird der Marktplatz an der Weggenhofstraße von 538.300 auf 198.859 Euro gekürzt, Bäume entfallen

Was ist passiert?

Der Marktplatz an der Weggenhofstraße liegt unmittelbar neben einem zweiten Platz, der an der Sternstraße neu gestaltet wird. Beide Vorhaben werden aus der Städtebauförderung bezahlt und waren von Beginn an als Einheit geplant. Bei der Bürgerbeteiligung wurden für den Marktplatz vor allem fehlende Barrierefreiheit, mangelnde Sicherheit und Schmutz beklagt.

Die Stadt hatte 2019 einen Förderbescheid über 430.000 Euro bewilligt bekommen, davon 80 Prozent Zuschuss, also 344.000 Euro. Umgesetzt werden sollte alles binnen fünf Jahren. Die Frist wurde zweimal verlängert, zuletzt bis zum 31.12.2025. Im August 2024 setzte ein Ausschuss die Kosten auf 538.300 Euro fest, die Pläne waren damit beschlossen. Dann scheiterten im Jahr 2025 die Ausschreibungen. Die Frist verstrich, die Förderfähigkeit entfiel, und die Bezirksregierung lehnte eine weitere Verlängerung ab. Bereits abgerufene Zuwendungen flossen nach Angaben der Stadt in andere Fördermaßnahmen.

Übrig bleibt eine Sparversion. Rampen, neue Beleuchtung und Unterflurcontainer sollen nun als Teil der Maßnahme Sternstraße gefördert werden. Die Gesamtkosten sinken auf 198.859,30 Euro, rund 339.400 Euro weniger als geplant (538.300 minus 198.859,30). Der Zuschuss beträgt aber höchstens 140.632 Euro, also gut 203.000 Euro weniger als die 344.000 Euro des ursprünglichen Bescheids. Bäume und Fahrradständer entfallen. Wo die Container hinkommen, wird noch geprüft.

Die Verwaltung wertet die Kürzung als positive finanzielle Auswirkung, weil die Kosten „erheblich“ sinken. Das ist rechnerisch richtig, aber ein ungewöhnlicher Blick auf ein Projekt, das zu knapp zwei Dritteln gestrichen wurde. Und die Zeit drängt erneut: Alles muss bis Jahresende gebaut sein, weshalb ein Dringlichkeitsbeschluss nötig wurde.

Kritik

Ein Platz, der fünf Jahre Zeit und zwei Fristverlängerungen hatte, scheitert an Ausschreibungen und verliert dabei Bäume, Fahrradständer und über 200.000 Euro Zuschuss. Dass die Stadt das Ergebnis als Einsparung verbucht, ändert nichts daran, dass Geld und Gestaltungsqualität verloren gingen. Wer ein gefördertes Projekt mit Fristende plant, muss Vergabe und Bau so früh vorbereiten, dass ein gescheiterter Anlauf nicht gleich die Förderung kostet. Die jetzt nötige Eile bis Dezember wiederholt genau das Risiko, das schon einmal schiefging.

1631/26 -: - Verwaltungsvorlage Gestaltung Marktplatz Weggenhofstraße: Anpassung der Planung und Einbindung in die Maßnahme „Ausbildung eines Platzes an der Sternstraße“ - Genehmigung eines Dringlichkeitsbeschlusses (Vorlage 1372/26 DB), Ratsinformationssystem der Stadt Krefeld, 14. Oktober 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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