Staatsbilanz

Stadt/Krefeld/Kostensteigerung

Kita-Anbau in Krefeld kostet 4,5 Millionen

Der Anbau der Kita an der Ritterstraße in Krefeld soll 4,5 Millionen Euro kosten, beschlossen waren 1,42 Millionen, fertig wird er 34 Monate später

Was ist passiert?

Die Stadt baut seit Jahren ihre Kindertagesbetreuung für unter Dreijährige aus. Das Zentrale Gebäudemanagement führt dafür eine Liste mit Bauvorhaben, die der Politik halbjährlich zur Kenntnis vorgelegt wird. Eines davon ist die Kita an der Ritterstraße 142, die um einen Erweiterungsbau ergänzt und für U3-Kinder angepasst werden soll.

Beschlossen wurde das Vorhaben im September 2021. Damals stand ein Kostenrahmen von rund 1,42 Mio. Euro im Raum, als Fertigstellung war September 2024 vorgesehen. Im weiteren Verlauf wurde das Budget auf 3,8 Mio. Euro angehoben. Nach dem Stand vom 30. Juni 2026 rechnet die Stadt nun mit Gesamtkosten von 4,5 Mio. Euro.

Das sind rund 3,08 Mio. Euro mehr als zu Beginn (4,5 Mio. minus 1,42 Mio.). Der Anbau kostet damit gut das Dreifache der ersten Summe. Eine Rechnung macht es greifbar: Von den heute veranschlagten 4,5 Mio. Euro waren am Anfang nur etwa 31 Prozent eingeplant.

Auch der Zeitplan ging nicht auf. Aus September 2024 wurde Juli 2027, das sind 34 Monate später. Die Liste vermerkt, die Sanierung sei „nahezu abgeschlossen“, die Ausschreibungen für die übrigen Arbeiten liefen noch. Fertig werden soll alles zum Kita-Jahr 2027. Einen Grund für die Verschiebung nennt die Aufstellung nicht, sie hält den neuen Termin nur nüchtern in einer Spalte fest.

Bemerkenswert ist, dass die Ausschreibungen noch nicht abgeschlossen sind. Die Prognose von 4,5 Mio. Euro steht also, bevor alle Angebote vorliegen. Ob es dabei bleibt, zeigt sich erst, wenn die Aufträge vergeben sind. Der Bedarf an Betreuungsplätzen, dem der Anbau dienen soll, ist dagegen schon seit 2021 bekannt, ebenso wie der ursprünglich angepeilte Termin.

Kritik

Wer eine Summe von 1,42 Mio. Euro beschließt und am Ende bei 4,5 Mio. Euro landet, hat anfangs zu knapp gerechnet. Bei einem Vorhaben, das Betreuungsplätze für Kleinkinder schaffen soll, kostet jeder Monat Verzug zusätzlich, weil die Plätze fehlen. Die Stadt sollte Kostenrahmen künftig so ansetzen, dass sie auch Sanierung und Bestand ehrlich einschließen. Dazu gehört ein Zeitplan, der nicht schon beim Beschluss unrealistisch ist.

Vor weiteren Zusagen sollte die Stadt außerdem die Ausschreibungsergebnisse abwarten, damit die 4,5 Mio. Euro nicht nur die nächste Zwischenstation sind.

1150/26 -: - Verwaltungsvorlage Halbjahresbericht zum Ausbau der Kindertageseinrichtungen zum 30.06.2026, Ratsinformationssystem der Stadt Krefeld, 14. Oktober 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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