8,65 Millionen für Krefelder Schule
Für die Sanierung des Gymnasiums Fabritianum in Krefeld sollen 8,65 Millionen Euro beschlossen werden, obwohl erst 1,5 Millionen Euro bereitstehen
Was ist passiert?
Das Gymnasium Fabritianum in Krefeld ist eine Schule, deren Hauptgebäude A Dach, Fassade und Fenster betrifft. Dort sind die Zustände ernst: Wasserschäden kehren regelmäßig wieder, ein Großteil der Fenster lässt sich nicht mehr öffnen, manche wurden dauerhaft verriegelt, weil Fensterflügel herausfielen. Die Lüftung in der Aula ist defekt, für Schulfeiern werden externe Räume angemietet. Bei der Bestandsaufnahme fanden sich zudem PCB in den Fassadenfugen und Asbest in der Dachabdichtung.
Dass saniert werden muss, ist also kaum zu bestreiten. Fragwürdig ist das Wie. Der Betriebsausschuss Zentrales Gebäudemanagement soll am 14. Oktober 2026 Kosten von 8,65 Mio. Euro festsetzen. Bislang stehen dafür aber nur rund 1,5 Mio. Euro als übertragene Ermächtigungsreste bereit. Die Zahlungen für 2027 (4,1 Mio. Euro) und 2028 (4,02 Mio. Euro) summieren sich auf 8,12 Mio. Euro und sollen erst im Wirtschaftsplan 2027 zusätzlich veranschlagt werden. Das ist gut das Fünffache dessen, was heute zur Verfügung steht.
Der Grund: Im Wirtschaftsplan 2026 standen nur Maßnahmen, die sich nicht ohne wirtschaftlichen Schaden hätten abbrechen lassen. Dieses Vorhaben gehörte nicht dazu, soll wegen der Betreiberverantwortung aber trotzdem in diesem Jahr beginnen. Ein Beginn ist es freilich nur auf dem Papier: Die Ausführung ist erst für November 2027 vorgesehen und soll mindestens bis Juni 2029 dauern. Der Zahlungsplan endet dagegen schon 2028.
Die Summe beruht zudem auf einer Planung, die noch nicht fertig ist. Auf die berechneten 7,21 Mio. Euro schlägt die Verwaltung deshalb 20 Prozent Risikoaufschlag, das sind 1,44 Mio. Euro. Ob die Kosten am Ende höher oder niedriger liegen, weiß heute niemand. Hinzu kommen jährliche Folgekosten aus Abschreibungen und Zinsen von rund 355.000 Euro, also etwa 970 Euro pro Tag (355.000 Euro geteilt durch 365). Eine Förderung über das NRW-Infrastrukturgesetz und die BAFA ist angestrebt, aber nicht zugesagt.
Kritik
Wer lange bekannte Mängel erst jetzt angeht, sollte die Finanzierung vor dem Beschluss klären und nicht erst im Wirtschaftsplan des Folgejahres. Ein Beschluss über 8,65 Mio. Euro bei nur 1,5 Mio. Euro Deckung bindet künftige Haushalte, bevor deren Spielraum feststeht. Ein Risikoaufschlag von 1,44 Mio. Euro auf eine unfertige Planung zeigt, dass die Kostenfestsetzung zu früh kommt. Sinnvoller wäre es gewesen, die Planung abzuschließen, die Förderung zu klären und dann einen gedeckten Betrag zu beschließen.
1106/26 -: - Verwaltungsvorlage Dach- und Fassadensanierung am Bestandsgebäude A (Hauptgebäude) des Gymnasiums Fabritianum, Ratsinformationssystem der Stadt Krefeld, 14. Oktober 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.