Staatsbilanz

Stadt/Krefeld/Kostensteigerung

Affenpark im Krefelder Zoo wird teurer

Die Stadt Krefeld zahlt für den neuen Affenpark im Zoo 4,46 Millionen Euro, geplant waren 3,37 Millionen, und erklärt den Mehrbetrag nicht

Was ist passiert?

Im Haushalt 2025 hat die Stadt Krefeld mehrere Investitionen rund um ihren Zoo eingeplant. Das Geld geht nicht an einen städtischen Fachbereich, sondern an die Zoo Krefeld gGmbH, die damit bauen soll. Größter Posten ist das Artenschutzzentrum „Affenpark“.

Dafür waren 3,373 Mio. Euro angesetzt. Laut Investitionsbericht zum 31. Dezember 2025 sind nun 4.456.997,30 Euro als Auszahlung ausgewiesen und prognostiziert. Das sind rund 1,08 Mio. Euro mehr, also etwa 32 Prozent über dem Ansatz (1.083.997 Euro geteilt durch 3.373.000 Euro). Die Verwaltung verweist auf einen Ratsbeschluss vom März 2023. Danach sind die Mittel an die gGmbH auszuzahlen, und zwar nach Baufortschritt. Eine Begründung für den Mehrbetrag nennt der Bericht nicht.

Die übrigen Zoo-Projekte kommen kaum voran. Für eine neue Robben-Anlage waren 1,65 Mio. Euro angesetzt, doch gebaut wurde 2025 nicht. Zunächst soll ein Fachplaner klären, ob sich die Anlage überhaupt realisieren lässt, und eine belastbare Kostenschätzung liefern. Bis Jahresende flossen 55.916,46 Euro, gut 3 Prozent des Ansatzes. Die Fernwärmeanbindung (1,21 Mio. Euro) wurde auf Wunsch der SWK AG auf 2026 verschoben. Für eine Wasseraufbereitungsanlage beschloss der Rat im Juli 2025 außerplanmäßig 90.000 Euro, abgerufen wurden 57.544,51 Euro. Für 2026 sind dafür bereits 885.000 Euro angemeldet, fast das Zehnfache.

So kommt es, dass von den Zoo-Auszahlungen des Jahres 2025 (zusammen 4.570.458,27 Euro) fast alles auf den Affenpark entfällt: 4.456.997,30 Euro, also rund 97,5 Prozent. Während das Projekt mit dem größten Bedarf über den Ansatz hinauswächst, liegen die anderen auf Eis oder stehen noch am Planungsanfang.

Kritik

Ein Projekt, das mehr als ein Drittel über dem Ansatz liegt, zeigt, dass die Kosten bei der Haushaltsplanung nicht belastbar ermittelt waren. Dasselbe gilt für die Robben-Anlage: 1,65 Mio. Euro wurden eingestellt, bevor feststand, ob und wie sie sich bauen lässt. Die Stadt sollte Zuschüsse an die Zoo gGmbH erst nach verlässlichen Kostenschätzungen einplanen und für das Gesamtprojekt eine feste Obergrenze setzen. Mehrbeträge müssen dem Rat vorab zur Entscheidung vorgelegt werden, nicht erst im Nachhinein berichtet.

580/26 -: - Verwaltungsvorlage Bericht über die Entwicklung des Investitionshaushaltes zum 31.12.2025, Ratsinformationssystem der Stadt Krefeld, 23. April 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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