Kita-Anbau kostet das Dreifache
In Krefeld steigen die Kosten für den Kita-Anbau an der Ritterstraße von 1,42 auf 4,5 Millionen Euro, fertig ist er erst 2026 statt 2024
Was ist passiert?
Krefeld baut seine Kinderbetreuung für unter Dreijährige aus. Der Fortschritt wird in einer langen Tabelle geführt, die der Stadtrat und die Fachausschüsse regelmäßig zur Kenntnis nehmen. Einer der Posten ist der Erweiterungsbau der Kita an der Ritterstraße 142.
Im Jahr 2021 stand für die Maßnahme ein Kostenrahmen von rund 1,42 Mio. Euro in den Unterlagen. Darin ist bereits ein Sicherheitszuschlag von 40 Prozent enthalten, ohne ihn lägen die erwarteten Kosten bei rund 1,01 Mio. Euro (1.417.065 Euro geteilt durch 1,4). Dann folgte die Kostenberechnung mit 3,8 Mio. Euro, und die aktuelle Prognose liegt bei 4,5 Mio. Euro. Das ist gut das Dreifache des ursprünglichen Rahmens (4,5 Mio. geteilt durch 1,42 Mio. ergibt 3,2). Die Mehrkosten von rund 3,08 Mio. Euro übersteigen sogar den Betrag von 2,41 Mio. Euro, den die Stadt für den Umbau des Bestandsgebäudes nebenan, Ritterstraße 150, vorgesehen hat.
Auch der Zeitplan geriet aus dem Takt. Als Baubeginn ist April 2023 eingetragen, fertig sein sollte der Anbau im September 2024. Inzwischen steht Dezember 2026 in der Liste, das sind 27 Monate später. In der Spalte für Bemerkungen heißt es lediglich, die Sanierung sei begonnen worden und solle bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Warum der Betrag so stark gestiegen ist und der Termin so weit nach hinten rutschte, erklärt die Verwaltung in dem Halbjahresbericht nicht. Die Vorlage verzeichnet ausdrücklich keine finanziellen Auswirkungen, der Bericht wird nur zur Kenntnis genommen. Dass zwischen einer Kostenberechnung von 3,8 und einer Prognose von 4,5 Mio. Euro noch einmal knapp 0,7 Mio. Euro hinzukamen, fällt dabei kaum noch auf.
Der Bau soll nun Ende 2026 fertig werden. Bis dahin bleibt es bei einer Prognose, und das Kita-Angebot, für das die Erweiterung gedacht ist, fehlt seit dem ursprünglich geplanten Termin.
Kritik
Ein Kostenrahmen, der schon 40 Prozent Sicherheitszuschlag enthält und dennoch um mehr als das Dreifache überschritten wird, taugt nicht als Planungsgrundlage. Wer so früh so falsch kalkuliert, hat die Anforderungen an den Bau unterschätzt. Bei einer Verdreifachung der Kosten und über zwei Jahren Verzug hätte die Stadt Alternativen wie Neubau oder Anmietung prüfen und den Politikern vorlegen müssen, bevor weiter gebaut wurde. Kostenrahmen müssen so belastbar sein, dass Beschlüsse darauf aufbauen können.
8070/25 -: - Verwaltungsvorlage Halbjahresbericht zum Ausbau der Kindertageseinrichtungen zum 30.06.2025, Ratsinformationssystem der Stadt Krefeld, 29. Januar 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.