Staatsbilanz

Stadt/Krefeld/Kostensteigerung

Krefeld zahlt 1 Mio. mehr für Affenhaus

Für das neue Affenhaus im Zoo Krefeld fließen 2025 rund 4,46 Millionen Euro statt der geplanten 3,37 Millionen, ohne genannten Grund

Was ist passiert?

Die Stadt Krefeld finanziert eine ganze Reihe von Investitionen im Zoo. Der größte Posten ist ein Artenschutzzentrum, das im Haushalt schlicht „Affenpark“ heißt. Gebaut wird es nicht von der Stadt selbst: Auf Grundlage eines Ratsbeschlusses vom März 2023 überweist sie die Mittel an die Zoo Krefeld gGmbH, und zwar nach Baufortschritt.

Für 2025 hatte die Stadt 3,373 Mio. Euro eingeplant. Laut Investitionsbericht, der den Stand zum 30. Juni 2025 abbildet, sollen es bis Jahresende 4.456.997 Euro werden. Das sind 1.083.997 Euro mehr als angesetzt (4.456.997 minus 3.373.000), rechnerisch ein Drittel obendrauf (1,08 Mio. geteilt durch 3,37 Mio. ergibt rund 32 Prozent). Der Bericht nennt als Begründung nur den Ratsbeschluss und den Baufortschritt, einen Grund für die Abweichung nennt er nicht.

Dabei steht die Stadt nicht gerade üppig da. Für 2025 sind Auszahlungen von 92,6 Mio. Euro prognostiziert, Einzahlungen von 32,0 Mio. Euro stehen dem gegenüber. Es bleibt ein Finanzierungsbedarf von 60,6 Mio. Euro, also rund 65 Prozent der Auszahlungen (60,6 geteilt durch 92,6). Der Bestand an Investitionskrediten lag Ende Juni 2025 bei 83,0 Mio. Euro, im September sollte bereits die nächste Kreditaufnahme über 10 Mio. Euro folgen.

Auch die übrigen Zoo-Vorhaben laufen holprig. Der Neubau der Robben-Anlage, mit 1,65 Mio. Euro im Haushalt, beginnt 2025 gar nicht. Zunächst soll ein Fachplaner klären, ob die Anlage überhaupt realisierbar ist und was sie kostet. Die Fernwärmebindung (1,21 Mio. Euro) wurde auf Wunsch der SWK AG auf 2026 verschoben.

Kritik

Eine Stadt, die ihre Investitionen zu rund zwei Dritteln über Kredite finanzieren muss, kann sich Mehrzahlungen von über einer Million Euro für ein einzelnes Zooprojekt nicht leisten. Wer einer gGmbH Millionenbeträge überweist, muss die Obergrenze vorher festlegen und darf sie nicht nach Baufortschritt wachsen lassen. Dass für die Robben-Anlage 1,65 Mio. Euro eingeplant wurden, bevor Machbarkeit und Kosten überhaupt geklärt sind, zeigt dieselbe Schieflage: Erst wird veranschlagt, dann gerechnet. Bei derart knappen Mitteln gehört die Reihenfolge umgekehrt, und die Stadt sollte Zuschüsse an den Zoo auf einen festen Betrag deckeln.

8007/25 -: - Verwaltungsvorlage Bericht über die Entwicklung des Investitionshaushaltes zum 30.06.2025, Ratsinformationssystem der Stadt Krefeld, 5. Februar 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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