Staatsbilanz

Stadt/Krefeld/Kostensteigerung

Krefeld zahlt für Schulen 6,4 statt 2,3 Mio.

Sanierung von Schulen und Sporthallen in Krefeld kostet 27 statt 23 Mio. Euro, der Zuschuss wächst nicht mit, die Stadt trägt 6,4 Mio. Euro

Was ist passiert?

Über das Förderprogramm KInvFöG II bezahlt die Stadt Sanierungen an Schulen und Sporthallen. Zwölf Maßnahmen stehen auf der Liste, vom Flachdach bis zur Turnhalle. Ursprünglich plante die Stadt dafür mit 23,05 Mio. Euro und rechnete mit 20,75 Mio. Euro Förderung. Der Eigenanteil lag damit rechnerisch bei gut 2,3 Mio. Euro. Das Programm endete am 31.12.2025.

Zum Stichtag war die Rechnung eine andere. Das aktualisierte Investitionsvolumen beträgt 27,09 Mio. Euro, die zugeordnete Förderung 20,69 Mio. Euro. Bleibt für die Stadt rechnerisch ein Anteil von 6,4 Mio. Euro (27,09 minus 20,69), knapp das Dreifache des ursprünglichen Betrags.

Besonders deutlich zeigt sich das an zwei Schulen. Die Sanierung des Gymnasiums am Moltkeplatz sollte 1,5 Mio. Euro kosten und kostet nun 2,49 Mio. Euro, ein Plus von 66 Prozent. Beim Bestandsgebäude der Gesamtschule Oppum stiegen die Kosten von 6,7 auf 9,58 Mio. Euro. Die Förderung stieg dabei nicht mit, sie sank sogar von geplanten 6,03 auf 5,46 Mio. Euro. Wurde ursprünglich ein Zuschuss von 90 Prozent erwartet, sind es nun etwa 57 Prozent (5,46 geteilt durch 9,58). Der rechnerische Eigenanteil allein dieser Schule wuchs von 0,67 auf 4,13 Mio. Euro.

Die Verwaltung nennt „nicht kalkulierbare Baukostenabweichungen“ und hat das Programm deshalb „bewusst überzeichnet“. Zugeordnet wurden 20,69 Mio. Euro, bewilligt sind aber nur 19,53 Mio. Euro, also rund 1,16 Mio. Euro mehr (105,94 Prozent). Als Vorsicht lässt sich das lesen. Es ist aber auch das Eingeständnis, dass man mit dem Förderrahmen nicht auskam. Bei den beiden größten Ausreißern handelt es sich zudem um Maßnahmen, die als abgeschlossen gelten, die Überraschung kann also kaum erst kürzlich gekommen sein.

Die Fördermittel von 17,84 Mio. Euro sind bislang abgerufen. Der Rest soll 2026 folgen.

Kritik

Die Ursprungsansätze von 2018 waren bei mehreren Schulen offenkundig zu optimistisch, sonst wären aus 1,5 Mio. Euro am Moltkeplatz nicht 2,49 Mio. Euro geworden. Bei Bestandsgebäuden hätte vor dem Beschluss geprüft werden müssen, was im Altbau wirklich anfällt, und die Stadt hätte einen Puffer im eigenen Haushalt vorsehen müssen. Stattdessen zahlt am Ende die Stadt, weil der Zuschuss nicht mitwächst. Wer ein gedeckeltes Förderprogramm bewusst überzeichnet, geht das Risiko ein, auf dem Rest sitzen zu bleiben.

377/26 -: - Verwaltungsvorlage Sachstand der KInvFöG-Maßnahmen Kapitel II zum 31.12.2025, Ratsinformationssystem der Stadt Krefeld, 23. April 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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