Staatsbilanz

Stadt/Krefeld/Kostensteigerung

Krefelder Platz: 400.000 statt 286.850 Euro

Weil Krefeld den Platz an der Hülser Straße zusammen mit einem Marktplatz ausschrieb, zahlt die Stadt 190.000 statt 76.850 Euro selbst

Was ist passiert?

In der Krefelder Innenstadt soll an der Hülser Straße ein neuer Platz samt Wegeverbindung zur Inrather Straße entstehen. Geplant sind neu gepflasterte Gehwege, Fahrradstellplätze und ein zusätzlicher Baum. Das Vorhaben gehört zu einem Städtebauförderprogramm. Das Land sagte dafür 210.000 Euro zu, und das Geld ist längst abgerufen.

Den Förderantrag stellte die Stadt 2020, der Bescheid gab vier Jahre Zeit für die Umsetzung. Im August 2024 setzte sie die Kosten auf 286.850 Euro fest. Im Sommer 2025 schrieb sie den Platz dann gemeinsam mit dem Marktplatz an der Weggenhofstraße als eine Gesamtmaßnahme aus. Es ging genau ein Angebot ein. Die Bieterin galt als nachweislich unzuverlässig, und ihr Preis lag zudem erheblich über der Kostenfestsetzung. Die Stadt erteilte eine Absage.

Die anschließende beschränkte Ausschreibung wurde aufgehoben, weil die Bezirksregierung die Frist für die Weggenhofstraße nicht verlängern wollte. Den Platz allein weiterzuvergeben, war rechtlich nicht zulässig. Damit war die Fertigstellung bis Ende 2025 nicht mehr zu schaffen. Inzwischen ist die Frist ein zweites Mal verlängert worden, bis Ende 2026. Eine dritte Verlängerung erwartet die Verwaltung nicht.

Nun sollen die Kosten für den Platz auf 400.000 Euro steigen. Das sind 113.150 Euro mehr, also rund 39 Prozent (113.150 geteilt durch 286.850). Die Verwaltung führt das auf die höheren Angebote der aufgehobenen Ausschreibung zurück. Außerdem rechnet sie mit einem Aufschlag, weil der Platz nun allein ausgeschrieben wird und kleinere Mengen erfahrungsgemäß teurer angeboten werden.

Da die Förderung bei 210.000 Euro bleibt, trägt die Stadt den Mehrbetrag allein. Ihr Anteil wächst von 76.850 Euro (286.850 minus 210.000) auf 190.000 Euro (400.000 minus 210.000), also auf das Zweieinhalbfache. Die Gesamtkosten liegen fast beim Doppelten der 210.000 Euro, die 2020 veranschlagt waren. Gedeckt werden soll der Mehrbetrag aus Mitteln, die beim Marktplatz Weggenhofstraße frei werden.

Kritik

Die Stadt hat zwei Projekte mit unterschiedlichen Fristen in einer Ausschreibung gebündelt und damit eines vom Zeitplan des anderen abhängig gemacht. Als die Frist für die Weggenhofstraße platzte, riss sie den Platz mit und zwang die Stadt, ihn einzeln und unter Zeitdruck neu auszuschreiben. Dass kleinere Mengen teurer werden, war absehbar und hätte bei der Planung der Vergabe berücksichtigt werden müssen. Bei einer Förderung, die nicht mitwächst, trifft jeder Fehler im Verfahren allein die Stadtkasse. Die Ausschreibungen hätten daher früh genug und getrennt oder in Losen erfolgen müssen, mit genug Puffer vor dem Fristende.

501/26 -: - Verwaltungsvorlage Aktualisierung Kostenfestsetzung "Ausbildung Platz an der Sternstraße/ Hülser Straße", Ratsinformationssystem der Stadt Krefeld, 22. April 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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