Staatsbilanz

Stadt/Krefeld/Kostensteigerung

Schulsanierung kostet Krefeld 6,5 statt 2,3 Mio.

Krefeld muss für zwölf Schul- und Turnhallensanierungen fast das Dreifache selbst tragen, denn die Baukosten stiegen von 23 auf 28 Mio. Euro

Was ist passiert?

Mit dem Förderprogramm KInvFöG Kapitel II saniert die Stadt Schulgebäude und Sporthallen. Zwölf Maßnahmen gehören dazu, vom Werkstattneubau über Fassaden und Flachdächer bis zur Turnhalle. Bewilligt wurden 19.529.035 Euro.

Zum Stichtag 30.9.2025 hatte die Stadt Maßnahmen im Wert von 21.659.257,59 Euro zugeordnet, das sind 110,91 Prozent der bewilligten Summe. Die Verwaltung räumt ein, das Programm sei „bewusst überzeichnet“ worden, weil sich die Baukosten nicht verlässlich kalkulieren ließen. Rechnerisch ergibt sich eine Lücke von rund 2,13 Mio. Euro (21.659.257,59 minus 19.529.035,00 Euro).

Die Kosten liefen den ursprünglichen Plänen deutlich davon. Das Investitionsvolumen der zwölf Maßnahmen stieg von 23,05 Mio. auf 28,12 Mio. Euro, ein Plus von rund 5,07 Mio. Euro. Die Sanierung des Bestandsgebäudes der Gesamtschule Oppum verteuerte sich von 6,7 auf 9,58 Mio. Euro, also um etwa 43 Prozent. Beim Gymnasium am Moltkeplatz wuchsen die Kosten von 1,5 auf 2,49 Mio. Euro, um rund 66 Prozent. Die Arbeiten sollten dort eigentlich Anfang 2019 beendet sein.

Wer die Differenz trägt, zeigt ein einfacher Vergleich. Bei einer Förderung von 90 Prozent blieben ursprünglich 2,3 Mio. Euro bei der Stadt (23,05 Mio. minus 20,745 Mio. Euro Fördervolumen). Nach den aktuellen Zahlen sind es rund 6,46 Mio. Euro (28,12 Mio. minus 21,66 Mio. Euro), also knapp das Dreifache. Dabei ist unterstellt, dass auch der überzeichnete Teil gefördert wird.

In der Vorlage steht dazu: „Es ergeben sich keine finanziellen Auswirkungen.“ Dabei lief das Programm Ende 2025 aus, und zum Stichtag war noch viel offen. Die energetischen Dachsanierungen an zwei Sporthallen waren für März bis Juni 2025 geplant, beginnen sollten sie erst im Oktober. Dafür waren bis dahin 280 Euro und 11.341 Euro ausgegeben. Beim MSM-Gymnasium waren von 1,5 Mio. Euro erst 221.050 Euro verbaut. Die Verwaltung hält alle Maßnahmen dennoch für fristgerecht.

Kritik

Wer ein Förderprogramm bewusst über die bewilligte Summe hinaus verplant, verschiebt das Risiko auf den städtischen Haushalt. Kostensteigerungen von 43 und 66 Prozent bei einzelnen Schulen zeigen, dass die Ansätze zu knapp und zu optimistisch gerechnet waren. Aus einem Eigenanteil von rund 2,3 Mio. Euro werden so gut 6 Mio. Euro, und das ist eine erhebliche finanzielle Auswirkung. Die Stadt hätte Maßnahmen nach Dringlichkeit staffeln und von Anfang an mit realistischen Reserven kalkulieren müssen, statt auf eine Förderung zu hoffen, die nicht zugesagt ist.

31/25 -: - Verwaltungsvorlage Sachstand der KInvFöG-Maßnahmen Kapitel II zum 30.09.2025, Ratsinformationssystem der Stadt Krefeld, 5. Februar 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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