Staatsbilanz

Land/Sachsen/Teure Kleinigkeit

30.000 Euro für T-Shirts in Sachsens Klimaprojekt

Sachsens Wirtschaftsministerium plant 30.000 Euro für Shirts der Klimaschulen, 40-mal so viel wie die Shirts einer Schule mit 739,59 Euro

Was ist passiert?

Sachsen betreibt eine Klimaschulinitiative, ein Netzwerk von Schulen, das mit Konferenzen, Lehrerfortbildungen, Lehrmaterial und Auszeichnungen betreut wird. Zuständig ist das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz. Wie es dort Geld bindet, ergab eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Wolfram Günther im Landtag.

Die Antwort der Staatsregierung vom September 2026 enthält neben Konferenzen und Fortbildungen einen Posten, der auffällt: „T-Shirts für die Klimaschulinitiative und das Klimaschulteam“, gebunden für 2026 mit 30.000 Euro. Das Geld stammt aus dem Titel für Veröffentlichungen und Öffentlichkeitsarbeit. Ausgezahlt war bis zum Stichtag 25. August 2026 noch nichts. Wie viele Shirts bestellt werden und für wen, geht aus der Antwort nicht hervor.

Einen Maßstab liefert die Tabelle gleich selbst. Eine Zeile darunter steht ein weiterer Shirt-Posten: Für die Gemeinschaftsschule Campus Cordis, die einen Preis im Entwicklungspolitischen Wettbewerb des Bundes gewonnen hatte, wurden T-Shirts für 739,59 Euro beschafft und bezahlt. Der Posten für das Klimaschulteam ist damit rund 40-mal so hoch (30.000 geteilt durch 739,59 ergibt etwa 40,6). Er macht zudem rund 14 Prozent aller 2026 in diesem Titel gebundenen Mittel aus (30.000 von 217.199,70 Euro). Die gesamte Klimaschulkonferenz 2025 hatte mit 28.943,53 Euro weniger gekostet als diese Textilien. Die Lehrerfortbildungen des Jahres 2025 schlugen mit 1.350,10 Euro zu Buche.

Eine Begründung für den Posten liefert die Staatsregierung nicht. Sie verweist allgemein darauf, dass die Initiative aus den Titeln für Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen finanziert werde und so auch 2027 und 2028 gesichert sei. Dass Werbung in eigener Sache zur Öffentlichkeitsarbeit gehört, mag stimmen. Die Höhe erklärt das nicht.

Kritik

30.000 Euro für T-Shirts sind für eine Initiative, die Schulen zu Klimaschutz anleiten will, ein Betrag ohne erkennbaren Bildungswert. Der Vergleich mit dem Shirt-Posten für eine Schule über 739,59 Euro zeigt, dass es auch viel bescheidener geht. Kleidung für das eigene Team ist keine Aufgabe, für die Steuergeld in dieser Höhe gebunden werden sollte. Wer Klimaschulen stärken will, sollte das Geld in Material, Fortbildung und Veranstaltungen für die Schulen stecken und Werbeartikel auf das Nötigste begrenzen.

Drucksache 8/7952: Kleine Anfrage, Landtag Sachsen, 5. August 2026. Zahlen gegen das Dokument geprüft. Maßgeblich ist der Stand des Dokuments; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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