Staatsbilanz

Stadt/Leverkusen/Fehlender Bedarf

110.000 Euro für einen weiteren Plan

Leverkusen will für die städtische IT-Firma bis zu 110.000 Euro für einen neuen Plan ausgeben, obwohl sie 2025 schon ausführlich untersucht wurde

Was ist passiert?

Die Informationsverarbeitung Leverkusen GmbH, kurz ivl, ist der IT-Dienstleister der Stadt Leverkusen und der Energieversorgung Leverkusen (EVL). Sie betreibt die IT-Infrastruktur und die Services für beide und gehört den kommunalen Gesellschaftern. Um sie für die Zukunft aufzustellen, sollte sie mit der größeren regio iT GmbH fusionieren.

Dazu wurde 2025 im Strategieprojekt „Zukunftssichere ivl 2030“ eine, wie es in der Ratsvorlage heißt, umfassende Analyse der Leistungsfähigkeit, Struktur und Zukunftsfähigkeit der ivl durchgeführt. Es folgte eine Due-Diligence-Prüfung. Sie fand in den Bereichen Finanzen, Recht und Steuern keine Risiken, die die Fusion gefährdet hätten. Beim Zielbild, beim Integrationspfad und bei der Governance bestand nach Angaben der Stadt weitgehend Übereinstimmung, ein gemeinsamer Business Case lag vor. Am 15.12.2025 stimmte der Rat der Fortführung der Verhandlungen zu.

Dann kam das Veto der Gesellschafterinnen und Gesellschafter der regio iT. Die Fusion war damit beendet, und zwar nach Darstellung der Vorlage nicht aus operativen oder wirtschaftlichen Gründen.

Nun soll der Rat am 23.03.2026 das Transformationsprogramm „ivl>next“ unterstützen. Dessen Startmodul soll vier bis sechs Monate dauern und höchstens 110.000 Euro kosten. Es soll ein Zielbild 2030 entwickeln, eine wirtschaftliche Zielarchitektur samt Benchmarking erarbeiten, Governance-Modelle weiterentwickeln, ein Zielbild für Service- und Leistungsstrukturen definieren und eine priorisierte Roadmap erstellen.

Die Verwaltung betont, dies sei keine erneute Grundsatzanalyse, sondern die Konkretisierung der bereits erkannten Handlungsfelder. Das mag so gemeint sein. Auffällig ist dennoch, dass die Vorlage selbst sagt, die 2025 erkannten Herausforderungen bestünden unverändert fort und die strategische Bewertung der ivl habe sich nicht geändert. Wenn sich nichts geändert hat, stellt sich die Frage, was ein neues Zielbild leisten soll, das nicht schon in einem Strategieprojekt namens „ivl 2030“ steckt.

Rechnerisch kosten die vier bis sechs Monate höchstens 110.000 Euro, also zwischen rund 18.300 Euro (110.000 geteilt durch 6) und 27.500 Euro (110.000 geteilt durch 4) je Monat. Für ein Programm, dessen Ergebnis laut Vorlage vor allem dazu dient, spätere Umsetzungsschritte vorzubereiten, über die erst gesondert entschieden wird.

Kritik

Wer 2025 analysieren und prüfen lässt und dann erklärt, die Ausgangslage sei unverändert, sollte aus diesen Ergebnissen eine Roadmap ableiten, statt erneut Zielbild und Benchmarking in Auftrag zu geben. Die Aussage, es handle sich nicht um eine neue Analyse, ersetzt keinen Nachweis, dass hier wirklich Neues entsteht. Die Stadt hätte die vorhandenen Arbeiten selbst auswerten und nur den Teil extern vergeben müssen, der tatsächlich fehlt. So werden bis zu 110.000 Euro ausgegeben, damit am Ende ein Plan vorliegt, über dessen Umsetzung erst noch entschieden wird.

2026/0226: Informationsverarbeitung Leverkusen GmbH (ivl): Sachstand nach Beendigung des Fusionsprozesses und weitere strategische Ausrichtung, Ratsinformationssystem der Stadt Leverkusen, 23. März 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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