62.487 Euro für einen Messestand
Magdeburg zahlt für einen kleinen Stand auf der Grünen Woche in Berlin 62.487 Euro und erstattet Firmen zusätzlich noch deren Eigenanteile
Was ist passiert?
Die Internationale Grüne Woche in Berlin ist eine große Verbrauchermesse, auf der sich auch Städte und Regionen präsentieren. Magdeburg war 2026 dort mit einem kleineren Stand vertreten, den zeitweise auch lokale Firmen nutzten. Für 2027 plant die Landeshauptstadt nun einen größeren Auftritt.
Die Verwaltung fand am Vorjahr vor allem eines auszusetzen: Die wechselnden Aussteller brachten ihre eigenen Roll-ups und Theken mit, und das trübte das Gesamtbild. Deshalb soll 2027 ein Gemeinschaftsstand mit einheitlichem Gestaltungskonzept her, damit Magdeburg eine „klare visuelle Identität“ bekommt. Das ist die Begründung der Verwaltung.
Der Stand soll 21 Quadratmeter groß sein. Die Standgebühr beträgt 32.487 Euro brutto, für Standbau und Ausstattung veranschlagt die Stadt weitere 30.000 Euro. Das ergibt 62.487 Euro, also 2.487 Euro mehr als die „rund 60.000 Euro“, die im Beschluss stehen. Je Quadratmeter kostet der Auftritt damit rund 2.976 Euro (62.487 Euro geteilt durch 21). Fördergeld gibt es nicht, weil das Land Messestände von Kommunen nicht unterstützt. Die Stadt zahlt alles aus dem Haushalt.
Die Unternehmen sollen sich dagegen kostenfrei auf dem Stand zeigen dürfen. Der Stadtrat beschloss die Finanzierung am 27.8.2026 mit 38 Ja-Stimmen, keiner Gegenstimme und 7 Enthaltungen. Dabei ergänzte er noch, dass die Stadt auch die Eigenbeteiligung teilnehmender Unternehmen erstattet. Wie hoch diese Summe ausfällt, steht nirgends, auch nicht in den rund 60.000 Euro.
Die Stadt kauft sich also ein einheitliches Erscheinungsbild und bezahlt zusätzlich die Kosten der Firmen, die davon profitieren.
Kritik
Ein optisch einheitlicher Stand ist kein Grund, über 62.000 Euro für 21 Quadratmeter auszugeben. Mit den Roll-ups der Firmen war der Auftritt 2026 offenbar gut genug, um ihn zu wiederholen. Wenn Unternehmen von einem Messeauftritt profitieren, sollten sie sich an den Kosten beteiligen, statt dass die Stadt ihnen auch noch die Eigenanteile erstattet. Zumindest eine Obergrenze für diese Erstattung hätte der Stadtrat festlegen müssen, bevor er das Geld freigibt.
DS0291/26: Präsentation der Landeshauptstadt Magdeburg auf der Grünen Woche 2027, Ratsinformationssystem der Stadt Magdeburg, 14. Juli 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.