Staatsbilanz

Stadt/Magdeburg/Kostensteigerung

Magdeburg rechnet Radweg 11.000 Euro zu teuer

Für den Umbau am Krökentor in Magdeburg (501.000 Euro) wurden Indexpunkte als Prozente gerechnet, so steigt der Preis um 11.000 Euro

Was ist passiert?

Wo die Walther-Rathenau-Straße aus dem Tunnel kommt und in die Straße Am Krökentor eingefahren wird, treffen Autos, Radfahrer und Fußgänger aufeinander. Vor und hinter dem Tunnel wechseln besonders in den Spitzenstunden viele Fahrzeuge die Spur. Die Stadt will die Lage sicherer machen und plant dafür eine Ampel an der Einmündung der Beethovenstraße, eine verlängerte Linksabbiegespur und einen rund 80 Meter langen farbigen Radweg im Mittelstreifen.

Die Kosten schätzt die Verwaltung auf 501.000 Euro, davon 70.000 Euro für die Planung und 431.000 Euro für den Bau. Aus dem Programm „Junge Generation Fahrrad“ sollen 436.500 Euro kommen, die Stadt trägt 64.500 Euro. Darin stecken 16.000 Euro für eine Untersuchung, die schon bezahlt wurde und nicht förderfähig ist. Wird die Förderung abgelehnt, soll das Projekt ruhen.

Der Blick in die Kostenschätzung lohnt sich. Weil die Preise seit 2023 gestiegen sind, schlägt die Verwaltung einen Baupreisaufschlag von 13,5 Prozent auf die Nettokosten von 304.080 Euro auf. Das sind 41.050,80 Euro. Als Begründung nennt sie, der Baupreisindex sei von 127,7 auf 141,2 gestiegen. Das ist ein Anstieg um 13,5 Punkte, aber nicht um 13,5 Prozent. Der Index ist von 127,7 aus gerechnet nur um 10,6 Prozent gestiegen (141,2 geteilt durch 127,7).

Mit 10,6 Prozent wäre der Aufschlag rund 32.200 Euro hoch gewesen, etwa 8.900 Euro weniger. Weil darauf noch 5 Prozent Zuschlag und 19 Prozent Umsatzsteuer erhoben werden, steigt die Differenz auf rund 11.000 Euro. Gebaut werden soll ab dem vierten Quartal 2027, die Ampel soll 2029 in Betrieb gehen. Bis dahin kann die Schätzung noch korrigiert werden. Als Beschlussgrundlage liegt sie aber vor.

Kritik

Wer Indexpunkte als Prozente behandelt, rechnet sich die Kosten teurer, als der eigene Index es hergibt. Hier führt das zu rund 11.000 Euro mehr, die in Förderantrag und Haushalt landen. Bei einem Vorhaben von über 500.000 Euro hätte die Schätzung vor der Vorlage an den Stadtrat gegengerechnet werden müssen. Auch Fördergeld ist Steuergeld, und eine zu hohe Schätzung sollte nicht als Puffer eingeplant werden.

DS0253/26: Variantenentscheidung Radquerung Walter-Rathenau-Straße, Ratsinformationssystem der Stadt Magdeburg, 18. August 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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