Staatsbilanz

Stadt/Magdeburg/Kostensteigerung

Schule in Magdeburg: 18,7 statt 10,8 Millionen

Magdeburg will eine Schule für Kinder mit geistiger Behinderung umbauen, 2023 beschlossen waren 10,8 Millionen, jetzt sollen es 18,7 Millionen Euro sein

Was ist passiert?

Die Förderschule „Hand in Hand“ für Kinder und Jugendliche mit geistiger Beeinträchtigung unterrichtet derzeit 97 Schülerinnen und Schüler in einem stark sanierungsbedürftigen Gebäude. Weil die Schule auf 168 Plätze wachsen soll, will die Stadt sie in ein Schulgebäude im Gneisenauring umziehen lassen. Der Plattenbau aus den frühen 1980er Jahren stand zuletzt einige Jahre leer. Hinzu kommt eine danebenliegende Sporthalle, die bisher nur von Vereinen genutzt wird.

Als der Stadtrat im September 2023 die Sanierung beschloss, lag eine Machbarkeitsstudie vom April 2023 vor. Sie rechnete mit 2.710 m² Nettoraumfläche, 8,25 Mio. Euro für das Schulgebäude und geschätzten 2,525 Mio. Euro für die Halle, zusammen 10,775 Mio. Euro. Die Entwurfsplanung kommt nun auf 3.817 m², 15,875 Mio. Euro für die Schule und rund 2,82 Mio. Euro für die Halle. Der Kostenrahmen soll auf 18.697.700 Euro steigen, ein Plus von 7.922.700 Euro oder rund 73 Prozent.

Beim Schulgebäude schlägt sich das auch je Quadratmeter nieder: Die Studie kalkulierte mit rund 3.045 Euro (8,25 Mio. : 2.710 m²), jetzt sind es rund 4.159 Euro (15,875 Mio. : 3.817 m²).

Die Verwaltung spricht von „Optimierungen im und am Gebäude sowie den Außenanlagen“. Konkret nennt sie rund eine Mio. Euro für Außenanlagen, 1,143 Mio. Euro mehr für die Haustechnik, weil es sich „nicht um eine Normschule“ handle, und 567.250 Euro für das Bewegungsbecken. Dazu kommt ein Neubau anstelle des alten Verbindungstrakts. Bemerkenswert: Der höhere Raumbedarf sei laut Vorlage schon bei der Stellungnahme zum Grundsatzbeschluss 2023 festgestellt worden.

Auch Posten wie Dachbegrünung (151.000 Euro), Photovoltaik (57.600 Euro), Soccer-Court (17.000 Euro) und Veranstaltungstechnik (12.000 Euro) stehen zur Abstimmung. Ließe der Rat sie weg, ergäbe sich ein Einsparvolumen von bis zu 237.600 Euro. Fördermittel sind nicht zugesagt. Die Stadt will das Projekt einreichen und hofft auf eine zeitnahe Berücksichtigung. Die Schule soll im September 2029 starten, das wären rund 111.300 Euro je geplantem Platz (18.697.700 : 168).

Kritik

Eine Studie, die die benötigte Fläche um mehr als ein Drittel unterschätzt, taugt nicht als Grundlage für einen Ratsbeschluss. Zumal die Verwaltung selbst einräumt, dass der höhere Raumbedarf schon 2023 bekannt war. Wer den Bedarf kennt, hätte ihn damals durchrechnen und dem Rat ehrlich vorlegen müssen, statt ihn jetzt als „Optimierung“ nachzureichen. Bevor weitere Millionen fließen, sollte die Stadt zudem klären, ob eine Förderung kommt, und verzichtbare Zusätze wie Soccer-Court und Veranstaltungstechnik streichen.

DS0513/25: EW-Bau für die FÖSG "Hand in Hand", Gneisenauring 34 und 34b, 39130 Magdeburg - Bestätigung und Entwurfsplanung, Ratsinformationssystem der Stadt Magdeburg, 13. Januar 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.

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