Mainz zahlt 16 Mio. für Dauerverlust
Die städtische Tourismusfirma mainzplus in Mainz macht bis 2030 jedes Jahr über 3 Millionen Euro Minus, zusammen etwa 16,2 Millionen Euro
Was ist passiert?
Die mainzplus CITYMARKETING GmbH gehört der Stadt Mainz und kümmert sich um Tourismus, Kongresse, Kulturveranstaltungen und Stadtmarketing. Sie betreibt unter anderem den Mainz Store und beschäftigt rund 75 Vollzeitkräfte. Gewinn wirft das nicht ab, das war nie der Anspruch. Doch die Planzahlen für 2026 zeigen, wie dauerhaft das Minus eingeplant ist.
Für 2026 rechnet die Gesellschaft mit Erträgen von 15,4 Mio. Euro und Aufwendungen von 18,7 Mio. Euro. Auf 100 Euro Einnahmen kommen damit gut 120 Euro Ausgaben. Der Jahresfehlbetrag soll 3,37 Mio. Euro betragen, das sind rund 9.200 Euro pro Tag. 2024 lag das Minus noch bei 2,86 Mio. Euro, es wächst also um etwa 500.000 Euro.
Als Lichtblick gelten die Konzerte der Reihe „Summer in the City“, die 2026 wieder im Volkspark stattfinden sollen. Dafür sind Ticketerlöse von 1,83 Mio. Euro eingeplant. Dem stehen allerdings Künstlergagen von 824.000 Euro und technische Dienstleistungen von 417.000 Euro gegenüber. Übrig bleiben rechnerisch 590.000 Euro (1.831 minus 824 minus 417 Tausend Euro), aus denen noch Personal und Werbung zu bezahlen wären. Ab 2027 ist der Volkspark ohnehin nicht mehr vorgesehen.
Das Loch bleibt trotzdem. Für 2027 bis 2030 plant die Geschäftsführung mit Fehlbeträgen von jeweils rund 3,2 Mio. Euro. Über alle fünf Jahre ergeben sich so etwa 16,2 Mio. Euro (3.370 plus 3.200, 3.199, 3.197 und 3.193 Tausend Euro). Die Verluste übernimmt zu 100 Prozent die städtische Beteiligungsgesellschaft ZBM. Die Vorlage für den Stadtrat folgert daraus, es entstünden keine direkten finanziellen Auswirkungen auf den Haushalt der Stadt. Als Alternative nennt sie schlicht: „Keine.“ Der Stadtrat sollte Ende März 2026 zustimmen, was danach beschlossen wurde, ist nicht bekannt.
Kritik
Ein Verlust, der über fünf Jahre auf gleichem Niveau eingeplant wird, ist kein Betriebsunfall, sondern ein Dauerzuschuss, den man auch so benennen sollte. Dass er in einer Konzerntochter der Stadt verbucht wird, ändert nichts daran, dass am Ende Bürgerinnen und Bürger dafür aufkommen. Die Konzerte mit knapp 600.000 Euro Spielraum nach Gagen und Technik sind keine Lösung, und die geplanten Einsparungen von 260.000 Euro im Jahr verkleinern das Minus kaum. Wer 16 Mio. Euro binden will, sollte zuvor zeigen, welche Leistungen er dafür bekommt, und Alternativen prüfen, statt sie mit „Keine“ abzutun.
0079/2026: Wirtschaftliche Beteiligungen, mainzplus CITYMARKETING GmbH;, Ratsinformationssystem der Stadt Mainz, 17. März 2026. Zahlen gegen die Vorlage geprüft, gerechnete Werte nachgerechnet. Maßgeblich ist der Stand der Vorlage; spätere Beschlüsse sind nicht berücksichtigt.